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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 67. Band, (Jahrgang 1871)

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Hü  fler.

inasslosen  Thorheit  der  Isaurer,  welche  keine  Ahnung  hatten,
dass,  während  sie  und  vor  Allem  Constantin  Kopronymos  Byzanz
zum  Mittelpunkte  ihrer  Lüste  und  Grausamkeiten  machten,
die  ganze  westliche  Welt  sich  ändere,  im  Frankenreiche  auch
eine  militärische  Revolution  vor  sich  gehe,  auf  diese  aber  nicht
blos  ein  neues  Königthum  sich  erhebe,  sondern  auch  eine  sittliche ­
  Reform,  eine  Wiederherstellung  des  alten  weströmischen
Reiches,  eine  Vereinigung  der  christlich  germanischen  Völker
mit  der  noch  übrigen  römisch-lateinischen  Welt.  Während
die  Isaurer  alles  thaten,  ihr  Reich  nach  allen  Richtungen  hin
zu  isoliren,  geschah  gleichzeitig  im  Westen,  von  Gallien  wie
von  Rom  aus  Alles,  eine  neue  Concentration  der  Völker  zu
bewerkstelligen  und  den  Westen  zur  Heimath  jener  Ideen  und
Kräfte  zu  machen,  die  der  Orient  verschmähte,  weil  er  durch
die  Soldatenkaiser  ideenlos  geworden  war  und  das  nicht
achtete,  was  sich  nicht  militärisch  zählen  und  wägen  liess.
Man  bemerkte  nicht,  dass,  als  man  in  Constantinopel  die  Bilder
zerschlug  und  die  Gelehrten  sammt  ihren  Büchern  verbrannte,
man  dem  Reiche  auch  seine  Seele  entzog  und  die  Isaurer  wohl
die  vorhandene  materielle  Kraft  concentriren,  aber,  selbst  vom
Capitalo  lebend,  wenn  jene  erschöpft  war,  ihrem  Reiche  keine
neue  schaffen  konnten.  Occident  und  Orient  schieden  sich  in
steigendem  Hasse  von  einander;  jede  gegenseitige  Anziehungskraft ­
  ging  verloren.  Im  letzteren  blieb  die  Erstarrung,  nach
ersterem  zog  sich  das  Loben.  Das  aber  galt  nicht  nur  von
dem  byzantinischen  und  andererseits  von  dem  emporstrebenden
fränkischen  Reiche;  es  galt  dies  auch  von  den  Völkern,  welche
sich  an  das  eine  oder  das  andere  anschlossen.
Hierbei  soll  aber  in  keiner  Weise  geleugnet  werden,  dass
in  der  That  schwere  Uebelstände  sich  bemerkbar  gemacht
hatten  und  eine  Besserung  auf  einem  ruhigen  und  friedlichen
Wege  kaum  denkbar  war.  Wenn  den  Bildern  und  ihren  Abfällen ­
  eine  wunderbare  Kraft  zugeschrieben  wurde,  selbst  die
Eucharistie  erst  durch  sie  kräftig  zu  werden  schien,  wenn  das
Mönchthum  so  die  Ideen  beherrschte,  dass  die  Vertheidigung
des  Reiches,  dieser  Burg  des  Christenthums,  als  unchristliche
Beschäftigung  angesehen  wurde,  die  steigende  Anzahl  neuer
Heiligen  und  ihre  Verehrung  sich  wie  eine  Mauer  zwischen  die
Gegenwart  und  die  apostolischen  Zeiten  aufthürmte,  das  Reich
            
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