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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 67. Band, (Jahrgang 1871)

Abhandlungen  aus  dora  Gebiete  der  alten  Geschichte.

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halten;  worauf  noch  787  eine  zweite  zu  Nicäa,  869  eine  vierte
zu  Constantinopel  stattfanden,  dann  erst  wendet  sich  der
Schwerpunkt  auch  in  dieser  Beziehung  dauernd  dem  Abendlande ­
  zu.  Allein  die  letzten  zumal  enthielten  schon  eine  starke
Reaction  des  christlichen  Abendlandes  gegen  Constantinopel
und  waren  durch  das  Verfahren  des  ikonoklastischen  Reichs
hervorgerufen  worden.  Die  früheren  grossen  Synoden  waren
aus  dem  Arianismus  hervorgegangen,  dieser  ersten  grossen  Anwendung ­
  des  ägyptisch  rationalistischen  Geistes  auf  das  Dogma;
sie  hatten  sich  Secten  entgegengestellt,  welche  sieh  mehr  und
mehr  mit  bestimmten  Nationalitäten  identificirten.  Sie  waren
von  einzelnen  Kaisern  beschützt,  von  Patriarchen,  Aebten,
Priestern  veranlasst  worden.  Die  Periode  der  Ikonoklasten
unterscheidet  sich  auch  darin  sehr  bestimmt  von  der  vorausgegangenen, ­
  dass  der  Bildersturm,  der  Kampf  gegen  Mönchthum,
Reliquien,  Heiligenverehrung  von  den  Kaisern,  von  den  Laien
ausging.  Man  könnte  sagen,  dass  in  dieser  Beziehung  die
Ikonoklasten  der  nachherigen  Laienbewegung  des  Abendlandes ­
  (der  deutschen  Kaiser)  vorarbeiteten.  Für  das  byzantinische ­
  Reich  war  somit  der  Ikonoklasmos  eine  grosse  folgenreiche ­
  Neuerung,  die  aber  nach  der  wilden  isaurischen  Weise
gleich  Anfangs  auf  die  Spitze  getrieben  wurde  und  einen  höchst
gewaltthätigen  Charakter  annahm,  einen  förmlichen  Bruch
mit  den  Grundgesetzen  der  Monarchie  in  sich  schloss.  Das
aber  zu  unternehmen  ist  selbst  dem  mächtigsten  und  geordnetsten ­
  Reiche  nicht  erlaubt;  ohne  Rückfälle,  ohne  die  heftigsten
Convulsionen  pflegen  derartige  Erscheinungen  nie  vor  sich
zu  gehen.  Das  Heil,  der  Bestand  des  Staates  wird  regelmässig ­
  dadurch  in  Frage  gestellt.
Man  konnte  sich  in  Constantinopel  ein  für  alle  Mal  von
dem  Gedanken  nicht  trennen,  dass  das  Kaiserthum  und  das
höchste  Priesterthum  naturgemäss  in  einander  übergingen.
Während  das  Abendland,  die  Päpste  an  der  Spitze,  die  Scheidung ­
  beider  Gewalten  verlangten,  die  bischöfliche  Macht  nicht
blos  über  die  kaiserliche,  sondern  auch  über  die  weltliche
stellten  und  von  letzterer  Gehorsam  gegen  die  bischöflichen  Entscheidungen ­
  verlangten,  beide  Gewalten  aber  für  das  Menschengeschlecht ­
  unentbehrlich  erachtet  wurden,  brachten  im  nunmehr
einzigen  christlichen  Kaiserthum  vor  allem  die  vielen  häretischen
            
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