Neue Beiträge zur Kenntniss der zoroastrischen Litteratur.
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So oft das Gebet frommer Gläubiger sich offenbart, möge
ein Engel schnell herbeikommen, zehn zu einem, hundert zu
zehn, zehntausend zu hundert, zehntausend bis zu hunderttausenden;
mögen sie mit langer Kraft bestehen. Jener Engel
möge kommen zu einem Engel, jene Gläubigen mögen kommen
zu Gläubigen.
Alles geschehe so; so gereiche es Ormazd und den Amshasfands
zur Befriedigung. So sei es, so sei es durchaus/
Z. 1 cithrem buydt Der Anfang des Gebetes besteht aus zwei
Citaten aus dem Avastä mit pazendischer Paraphrase. Die
erste Stelle finde ich nicht im Avastä; da aber jedes einzelne
Wort im Avastä vorkommt, so kann über den Text kein Zweifel
sein. In Analogie mit der Schreibweise der folgenden Verse
lese ich hier ahmya, nicht ahmi. cithrem übersetzt die
Tradition meist durch 5"«je) oder durch $*)?; das letztere vorziehend,
übersetze ich:
,Same (Nachkommenschaft) sei hier im Hause,
Speise sei hier im Hause,
Dir sei Speise hier im Hause/
Die Paraphrase in unserm Texte ist jedenfalls sehr ungenau.
Z. 3 Das Glossar erklärt S. 841, 5 ^.jJoo
und in der Paraphrase des Ormazd Yasht (Add. 8994) ist in
v. 22 (Westergaard) thrimem durch xÄslJo übersetzt; die Stelle
lautet:
jtt [*j" *))) Ya§na, 9,48 übersetzt
••oiwei baktrisclies thrimdi; vgl. Spiegel, Commentar
über das Avesta, II, S. 485, 684.
Z. 4 hier und S. 829, 29 macht Schwierigkeiten.
Wenn man aber die betreffenden Ausdrücke im Avastä, aus denen
diese Stelle geflossen sein kann, durchmustert, so wird man
mir hoffentlich beistimmen, dass dies kaum anders aufzufassen
ist als eine falsche Transscription des zendischen
(neupersisch ^Ls), das baktrisclies avahh übersetzt; man vgl.
Stellen wie Yagna 4, 11, wo es heisst, die Fravashis seien
herbeieilend J $ ne) ,zur Hülfe (avanhe) der Reinen'.
Sitzb. a. phil.-hist. CI. BXVII. Bd. III. Hft. 53