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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 67. Band, (Jahrgang 1871)

Neue  Beiträge  zur  Kenntniss  der  zoroastrischen  Litteratur.

825

So  oft  das  Gebet  frommer  Gläubiger  sich  offenbart,  möge
ein  Engel  schnell  herbeikommen,  zehn  zu  einem,  hundert  zu
zehn,  zehntausend  zu  hundert,  zehntausend  bis  zu  hunderttausenden; ­
  mögen  sie  mit  langer  Kraft  bestehen.  Jener  Engel
möge  kommen  zu  einem  Engel,  jene  Gläubigen  mögen  kommen
zu  Gläubigen.
Alles  geschehe  so;  so  gereiche  es  Ormazd  und  den  Amshasfands
  zur  Befriedigung.  So  sei  es,  so  sei  es  durchaus/

Z.  1  cithrem  buydt  Der  Anfang  des  Gebetes  besteht  aus  zwei
Citaten  aus  dem  Avastä  mit  pazendischer  Paraphrase.  Die
erste  Stelle  finde  ich  nicht  im  Avastä;  da  aber  jedes  einzelne
Wort  im  Avastä  vorkommt,  so  kann  über  den  Text  kein  Zweifel
sein.  In  Analogie  mit  der  Schreibweise  der  folgenden  Verse
lese  ich  hier  ahmya,  nicht  ahmi.  cithrem  übersetzt  die
Tradition  meist  durch  5"«je)  oder  durch  $*)?;  das  letztere  vorziehend, ­
  übersetze  ich:
,Same  (Nachkommenschaft)  sei  hier  im  Hause,
Speise  sei  hier  im  Hause,
Dir  sei  Speise  hier  im  Hause/
Die  Paraphrase  in  unserm  Texte  ist  jedenfalls  sehr  ungenau. ­

Z.  3  Das  Glossar  erklärt  S.  841,  5  ^.jJoo
und  in  der  Paraphrase  des  Ormazd  Yasht  (Add.  8994)  ist  in
v.  22  (Westergaard)  thrimem  durch  xÄslJo  übersetzt;  die  Stelle
lautet:
jtt  [*j"  *)))  Ya§na,  9,48  übersetzt ­
  ••oiwei  baktrisclies  thrimdi;  vgl.  Spiegel,  Commentar
über  das  Avesta,  II,  S.  485,  684.
Z.  4  hier  und  S.  829,  29  macht  Schwierigkeiten.
Wenn  man  aber  die  betreffenden  Ausdrücke  im  Avastä,  aus  denen
diese  Stelle  geflossen  sein  kann,  durchmustert,  so  wird  man
mir  hoffentlich  beistimmen,  dass  dies  kaum  anders  aufzufassen ­
  ist  als  eine  falsche  Transscription  des  zendischen
(neupersisch  ^Ls),  das  baktrisclies  avahh  übersetzt;  man  vgl.
Stellen  wie  Yagna  4,  11,  wo  es  heisst,  die  Fravashis  seien
herbeieilend  J  $  ne)  ,zur  Hülfe  (avanhe)  der  Reinen'.
Sitzb.  a.  phil.-hist.  CI.  BXVII.  Bd.  III.  Hft.  53
            
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