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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 67. Band, (Jahrgang 1871)

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HSfler.

eine  in  den  Schluchten  Isauriens  gefundene  Dynastie  im  Besitze ­
  des  Staates,  der  die  Welt  bedeutete.  Schon  ehe  der  Einbruch ­
  der  Araber  erfolgte,  hatte  sich  durch  den  monopliysitischen
und  monotheletischen  Streit  ein  Theil  des  christlichen  Orientes
von  Constantinopel  getrennt  und  seinen  Schwerpunkt  fern  von
dem  Centrum  des  Reiches  gesucht.  Die  geistige  Ausscheidung
war  der  politischen  vorangegangen  und  hatte  diese  nicht  wenig
gefördert.  Die  arabische  Herrschaft  brachte  dann  dem  Theile
der  Bevölkerung,  welcher  an  den  religiösen  Streitigkeiten  Ekel
fand,  die  Einmischung  der  Kaiser  in  dieselben  verabscheute,
die  daraus  erfolgte  Zerrüttung  des  Reiches  beklagte,  eine  Art
von  Staats-  und  Religionsideal  an  der  einförmigen  moslemischen
Militärherrschaft  mit  ihrem  unbedingten  Gehorsam  in  weltlichen
und  geistlichen  Dingen.  Der  vierfach  geflochtene  Strick  setzte  dort
allem  unnöthigen  Raisonniren  ein  gleichmässiges  Ziel.  Der  ixnumschränkte
  Wille  eines  Einzelnen,  die  Rückkehr  zum  Absolutismus ­
  galt  bei  der  zunehmenden  Auflösung  des  römischen
Reiches  bald  als  einziges  Mittel  der  Rettung,  als  eine  Allen  verständliche ­
  Panacee.  Es  lag  etwas  Natürliches  darin,  dass  auf
die  grosse  orientalische  Concilienperiode,  welche  seit  vier  Jahrhunderten ­
  andauerte  und  doch  die  Spaltung  eher  vermehrt  als
vermindert  hatte,  eine  Art  von  christlichem  Chalifate  nachfolgte,
auf  die  bisherige  freie  Bewegung  der  Repräsentanten  der  Christenheit, ­
  welche  die  Häresien  doch  eher  vermehrt  als  bewältigt
hatte,  Ein  fester,  entscheidender,  oberster  Wille  sich  geltend
machte.  Je  mehr  aber  sich  die  Isaurer  diese  Aufgabe  stellten
und  die  ikonoklastischen  Kaiser  durch  Niederwerfung  der
Scheidewand  zwischen  Moslim  und  Christen  letztere  den  ersteren
näher  brachten  und  ihrem  Reiche  die  Spannkraft  des  Chalifates
zu  geben  suchten,  desto  mehr  schieden  sie  das  christliche  und
römische  Abendland  von  dem  Mittelpunkte  ihrer  Herrschaft
und  stiessen  sie  so  jenen  Theil  ab,  in  welchem  doch  bisher  die
Wurzeln  des  eigenen  Reiches  zu  suchen  waren.  Das  rücksichtslose ­
  Vorgehen  nach  einem  Princip,  welches  seine  Berechtigung ­
  auf  das  Schwert  stützte  und  an  Septimius  Severus  und
Caracalla  erinnerte,  der  ikonoklastische  Doetrinaerismus  des
VIII.  Jahrhunderts  trennte  mehr  als  alles  andere  das  römische
Reich  von  seinem  abendländischen  Theile,  setzte  es  überhaupt
in  einen  Zwiespalt  mit  dem  zukunftreichen  Occidente  und
            
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