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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 67. Band, (Jahrgang 1871)

Neue  Beiträge  zur  Kenntniss  der  zoroastrischen  Litteratur.

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Rede  ist.  Berücksichtigt  man  ferner,  dass  Päzand  wegen  der
Etymologie  als  etwas  zu  Zand  in  einem  bestimmten,  nahen
Verhältniss  stehendes  gedacht  werden  muss,  so  liegt  die  Vermuthung
  nahe,  dass  unter  Päzand  die  Lesung,  eventuell  Transscription ­
  des  Zand  in  eranischer,  dem  Laien  verständlicher
Sprache  gemeint  sei,  mit  andern  Worten,  dass  Uzvaresch  und
Päzand,  wie  sie  der  Etymologie  nach  auf  dasselbe  hinauszukommen ­
  scheinen,  so  auch  sachlich  dasselbe  bezeichnen.
Im  Verlaufe  der  Untersuchung  haben  sich  zwei  unbekannte
Grössen  x  und  y  ergeben,  zu  deren  Deutung  wir  zurückkehren
müssen.  Die  Sprache  des  Zand  (x)  ist  diejenige,  welche  Spiegel
in  seiner  Grammatik  der  Huzväresch-Sprache  beschrieben,  und
die  man  bisher  Palilavi  genannt  hat.  Wenn  man  nun  diese
Sprache  in  der  Form,  in  der  sie  überliefert  ist,  als  ein  organisches ­
  Ganzes  auffasst,  so  hat  man  einen  Dialect,  der  semitisches ­
  Sprachmaterial  eranisch  flectirt,  und  nach  den  Principien
eranischer  Wortbildung  und  Syntax  behandelt.  Das  semitische
Material  ist  ostaramäisch,  neben  demselben  kommt  aber  auch
eranisches  vor,  und  zwar  um  so  mehr,  je  jünger  die  Schriften
sind.  Dieser  eranische  Dialect  ist  verschieden  von  dem  Neupersischen, ­
  und  kann  auch  nicht  als  ein  älterer  Verwandter
directer  Linie  angesehen  werden;  ob  er  die  Mundart  des  alten
Medien,  also  Palilavi  war,  ist  zwar  möglich,  aber  bislang  noch
nicht  erwiesen.  Nach  der  entgegengesetzten  Ansicht  haben  wir
in  x  zweierlei  zu  unterscheiden:  als  Grundlage  und  ursprünglichste ­
  Form  einen  rein  aramäischen  Dialect,  der  noch  untermischt ­
  in  den  Hägiäbäd-Inschriften  erhalten  sein  soll;  zweitens,
einen  rein  eranischen  Dialect,  der  in  der  Schrift  überall  da,
wo  er  nicht  in  ganzen  Vocabeln  auftritt,  nur  durch  die  flexivischen ­
  Endsilben  der  Wörter  oder  durch  einzelne  Buchstaben
am  Ende  derselben  angedeutet  wird.  Dies  letztere  ist  die
Sprache  des  Uzvaresch,  deren  Heimat  und  Entstehungsperiode
noch  nicht  nachgewiesen  ist.  Nach  der  einen,  wie  der  andern
Ansicht  sind  wir  genöthigt,  unser  x  in  ein  semitisches  x  und
ein  eranisches  x  zu  zerlegen;  nach  der  ersteren  wäre  eranisch  x
verschieden  von  y  (der  Sprache  des  Uzvaresch),  während  nach
der  zweiten  beide  sich  decken.  »Spiegel  hat  die  Sprache  des
Uzvärash  in  seiner  Grammatik  der  Pirsi-Sprache  beschrieben;
da  aber  Pärsi  speciell  den  Dialect  der  Provinz  Färs,  das  Neu-Sitzb.
  d.  phil.-hist.  CI.  LXVII.  Bl.  IU.  Hft.  52
            
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