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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 67. Band, (Jahrgang 1871)

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Sachau.

Textes  gelesen,  dasjenige,  worin  der  überlieferte  Text  transscribirt
  wurde.  Die  Sprache  der  Uebersetzung  (x)  ist  wesentlich ­
  verschieden  von  der  des  Uzväresch,  die  wir  einstweilen
mit  y  bezeichnen  wollen.  Was  die  Etymologie  von
betrifft,  so  nehme  ich  meine  Combination  mit  ,Erklärung',
(Zeitschrift  der  Deutschen  Morgenl.  Gesellschaft,  XXIV,  S.  724)
zurück  und  halte  mit  Haug  (Essay,  S.  43)  eine  Ableitung  aus
der  Wurzel  var,  tegere  (uzvar,  retegere,  uzvära,  retectio,
Enthüllung,  Erklärung)  für  das  wahrscheinlichste.
Was  den  Inhalt  des  Wortes  Päzand,  das  sich  zn  Zand
verhält,  wie  paitizan  zu  zan,  betrifft,  so  ist  zunächst  dasjenige,
was  Anquetil  hierüber  vorbringt,  sehr  verwirrt  und  unbrauchbar.
Mas'üdi  und  Burhän-i-käti'  deuten  es  als  eine  Erklärung  (Commentar)
  des  Zand.  Untersucht  man  aber  die  überlieferte  Litteratur,
  so  findet  sich  nichts,  was  auch  nur  annähernd  als  ein
Commentar  des  Zand,  also  als  Supercommentar  des  Avasta,
bezeichnet  werden  könnte;  und.  da  uns  Avasta  und  Zand  nebst
vielen  andern  Werken  erhalten  sind,  so  hat  die  Annahme,  dass
gerade  dieser  Päzand  verloren  gegangen  sei,  wenig  Wahrscheinlichkeit ­
  für  sich.  Man  könnte  geneigt  sein,  den  Namen  Päzand
auf  die  gesammte  Gesetzlitteratur,  in  der  die  im  Avastä  und
Zand  vorhandenen  Anfänge  eines  ceremoniellen,  bürgerlichen
und  Sittengesetzes  bearbeitet  werden,  zu  beziehen;  auch  hat
man  ihn  auf  die  erklärenden  Glossen  der  (Uebersetzung'  beziehen ­
  wollen.  Aber  beide  Annahmen  entbehren  einer  rechten
Stütze.  Die  viel  besprochene  Stelle  der  'Ulamä-i-Isläm  (s.  Spiegel,
P.  Gr.,  S.  13),  die  zuerst  von  Fleischer  (Zeitschrift  der  D.  M.  G.
XVII,  S.  710)  richtig  interpretirt  ist,  sagt  über  den  Inhalt  des
Päzand  nichts  aus,  wohl  aber  über  die  Sprache  desselben:
,Päzand  ist  diejenige  (Rede),  von  der  Jedermann  (auch  jeder
Laie)  weiss,  was  sie  bedeutet;'  die  Sprache  aber,  die  zur  Zeit
der  Abfassung  der  'Ulamä-i-Isläm  von  jedem  persischen  Laien
verstanden  wurde,  kann  keine  andere  gewesen  sein,  als  diejenige, ­
  in  der  die  ,Uebersetzung'  gelesen  wird,  die  jeder  Neuperser, ­
  wenn  er  mit  dem  Wesen  der  zoroastrischen  Religion
vertraut  ist,  versteht.  Hier  an  das  Neupersische  zu  denken,
scheint  mir  deshalb  unzulässig,  weil  in  der  betreffenden  Stelle
speciell  von  Parsensprachen,  von  solchen  Sprachen,  die  zu  dem
Wesen  der  zoroastrischen  Religion  in  Beziehung  stehen,  die
            
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