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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 67. Band, (Jahrgang 1871)

Der  Gang  der  Untersuchung  hat  dahin  geführt,  ausser
den  Legenden  auch  die  anderweitigen  Eigenthümlichkeiten  der
hier  in  Rede  stehenden  Münzen  zu  berücksichtigen.  Es  sind
auf  den  Reversen  verschiedene  Abbildungen  zu  unterscheiden;
erstens  die  mehrfach  erwähnte  Triquetra,  zweitens  das  saguntinisclie
  Schiff,  drittens  die  Victoria  mit  dem  Lorbeerkranz,
viertens  der  Herkuleskopf,  fünftens  die  Sphinx.
Fangen  wir  mit  der  Sphinx 61  an:  es  findet  sich  diese
und  zwar  ganz  in  der  nämlichen  Gestalt  und  mit  der  gleichen
Kopfbedeckung,  häufig  mit  einem  ihr  beigefügten  Stern,  auf
einer  Mehrzahl  von  Münzen  vor,  welche  mit  der  Legende
A  W®/V  versehen  sind,  die  bisweilen  auch  von  rechts  nach
links  zu  lesen  ist 62 .  Man  pflegt  diese  Münzen  der  Stadt  Asido
(Medina  Sidonia)  zuzuschreiben 03 ;  aus  der  Legende  ist  der
Name  Asido  nur  durch  die  künstliche  Operation  herauszubringen, ­
  wenn  man  W  für  si  und  ©  für  do  halten  will,  wo
dann  immer  noch  die  beiden  Zeichen  /"  /  übrig  bleiben;  wir
würden  lesen:  Amope,  oder  wenn  1*1  =  S:  Asope,  wenn  =
si:  Asiope,  ohne  im  Stande  zu  sein,  einen  Ort  nachzuweisen,
der  mit  einem  ähnlichen  Namen  bezeichnet  wäre.  —  Der
Herkuleskopf 64 ,,  stets  kenntlich  durch  die  ihn  deckende
Löwenhaut,  kommt  sonst  auf  den  eigentlich  iberischen  Münzen
nicht  vor.  Die  Legende  Ilaoio  unterliegt  aber  keinem  Zweifel
und  erregt  die  Vermuthung,  dass  die  damit  bezeichnete  Stadt
oder  Volksgemeinde  von  jenen  andern  nicht  fern  gewesen  sei,
deren  Münzen  den  Herkuleskopf  mit  Legenden  haben,  die
nicht  aus  dem  iberischen  aber  auch  nicht  direct  aus  dem  pliönizischen
  Alphabete  ihre  Zeichen  entnehmen  ° 5 .  —  Die  Vicihren

  Münzen  führen,  stets  auf  Inseln  belegen  gewesen  seien  und  somit
auch  Dreiecke  gebildet  hätten;  das  ist  docli  schwer  glaublich.
61  Lorichs  PI.  LXVII.  7.  8,  9.  u.  PI.  LXVIII.  1.  2.  3.  theilt  sechs  hieher
gehörige  Münzen  mit.
62  Lorichs  a.  a.  0.  PI.  LX1X.  1—11.  LXX.  1.  2.  3.  4.  LXXI.  8.  9.
63  So  Sestini,  Descrizione  delle  medaglie  ispane.  Firenze.  1818.  p.  30.  —
Aber  man,  Ancient  coins.
64  Lorichs  a.  a.  O.  PI.  LXVII.  fi.
65  Vergl.  darüber  die  oben  (Note  27)  angeführte  Abhandlung  von  Zobel
de  Zangrouitz.  Der  Herkuleskopf  findet  sich  bei  Lorichs  a.  a.  0.
auf  folgenden  Münzen:  PI.  VIII.  1—5;  zwei  davon  haben  die  Legenden
Lascut,  über  welchen  Ort,  insbesondere  über  die  turris  Laseutiana  zu

fl
            
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