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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 67. Band, (Jahrgang 1871)

Abhandlungen  aus  dem  Gebiete  der  alten  Geschichte.

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War  somit  die  Bewegung,  das  Leben  der  Christenheit
damals  mehr  im  Oriente  als  im  Occidente  bemerklich,  so
verhielt  es  sich  in  anderer  Beziehung  in  entgegengesetzter
Weise.
Die  drei  ersten  Dynastien  von  Constantinopel,  die  flavische,
die  pannonische  und  die  nach  Theodosius  so  genannte  spanische
gehörten  ihren  Wurzeln  nach  dem  Abendlande  an.  Nach  dem
Aussterben  des  theodosianischen  Hauses,  dessen  älterer  Zweig
sich  freilich  mit  dem  oströmischen  Reiche  identificirte  und
nach  dem  Tode  Marcian’s,  des  Gemahles  einer  Enkelin  des
Theodosius,  457,  konnte  sich  lange  keine  Dynastie  erhalten.
Auch  Justinian  I.  folgte  nicht  seinem  Vater,  sondern  seinem
Oheim  Justin  nach,  welcher  aus  niederem  Stande  bis  zum
höchsten  emporgestiegen  war.  Maurikios,  welcher  am  ehesten
im  Stande  war,  eine  Dynastie  zu  begründen,  sah  (602)  seine
Söhne  vor  sich  auf  dem  Schaffote  sterben  und  empfing  nach
dem  jüngsten,  einem  Säugling,  den  Todesstreich.  So  gelang  es
erst  dem  Heraklios,  eine  Dynastie  zu  begründen,  die  seinen
Sohn,  Enkel,  Urenkel  und  dessen  Söhne  umfasste.  Aber  aut
den  Tod  des  Heraklios,  11.  Februar  641,  folgte  rasch  die  Vergiftung ­
  seines  Sohnes  Constantin,  die  Verstümmlung  des  andern
Herakleonas.  Nicht  viel  später  sollten  nach  dem  Verlangen  des
römischen  Volkes  drei  Kaiser  zugleich,  die  Söhne  des  in
Sicilien  getödteten  Kaisers  Oonstans  II.,  zugleich  herrschen,  da,
wie  an  die  Trinität  geglaubt  wurde,  so  es  auch  billig  sei,  dass
drei  Kaiser  zugleich  herrschten.  Heraklios  war  cappodocischen
Ursprungs,  aber  von  Karthago  herüber  gekommen.  1  Er  feierte
an  ein  und  demselben  Tage  seine  Krönung  und  seine  Hochzeit
mit  Eudocia,  der  Tochter  eines  afrikanischen  Fürsten;  die
spätere  Vermählung  mit  seiner  Nichte  Martina  brachte  unerhörte ­
  Veränderung  in  die  Geschichte  des  im  J.  711  gewaltsam

1  Drapeyron,  l’emperenr  Heraclius  et  l’empire  byssantin  en  VII.  si&cle.
Paris  1807,  p.  14.  Aber  auch  Phokas  und  Maurikios  waren  Cappadocier
gewesen,  so  dass  das  Aufkommen  dieser  Orientalen  das  Ende  des  abendländisch ­
  -  römischen  Reiches  bezeichnete.  Constantin  Manasse  sagt  ausdrücklich ­
  von  Heraklios:
Toure)  TCarpi;  KamraSoxcov  r\  xpta£uoa(p.wv  '/wpa,
Kal  yfvoc  rtov  xai  rtov  xopuovrtov  “Xourw.
            
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