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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 67. Band, (Jahrgang 1871)

Ueber  den  iberischen  Stamm  der  Indiketen  und  seine  Nachbarn.

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Es  ist  in  der  Tbat  auffallend  in  diesen  Gegenden,  in
welchen  so  gut  wie  keine  keltische  Sprachreste  gefunden  werden,
einen  Stadtnamen  anzutreffen,  welcher  wie  der  von  Sebendunum
einen  keltischen  Klang  hat.  Kiepert  will  ihn  daher  auch
nicht  als  sicher  für  keltisch  halten 36  und  bezieht  sich  dabei
auf  die  richtige  Bemerkung  Humboldts 37 ,  dass  dun  mit  dem
Artikel  duna  im  Baskischen  einen  ,Ueberfl.uss'  anzeige;  zu
den  dort  angeführten  Beispielen  möge  et  che  duna  ,Häuser
besitzend'  hinzugefügt  werden 3S .  Zu  einer  Erklärung  des  ersten ­
  Gliedes  Sehen-  liegt  kein  genügendes  Material  vor.  Als
den  Namen  eines  keltischen  Volkes  geben  einzelne  Handschriften ­
  des  Cäsar  Selmsiani  andere  Segusiani 39 ;  jene  Lesart
findet  sich  auch  bei  Cicero  in  der  Rede  für  den  Quinctius 40 .
Die  Handschriften  des  Ptolemäus  haben  aber  keine  Variante,
die  zur  näheren  Aufklärung  benützt  werden  könnte;  einige
lesen  Ssßekäauvov,  andere  SsßeXkouvov.  —  In  dem  Stadtnamen  Basi,
der  auch  Bassi  gelesen  wird,  glaubt  Humboldt 11  das  einfache
Stammwort  für  mehrere  andere  zu  finden;  er  bringt  es  in
Verbindung  mit  bask.  basoa 12  ,Wald'  und  ,Gebüsch',  und  erklärt ­
  daraus  die  Namen  Basti,  Bastitani  und  Bascontum.
In  dem  zweiten  Gliede  von  Egosa  tritt  eine  in  iberischen
Städtenamen  mehrfach  sich  findende  Endung  hervor,  man
denke  nur  an  Tolosa,  Labitolosa,  Dertosa,  Succosa.  Eine  Variante ­
  bei  Ptolemäus  ist  ’Epywja,  wodurch  der  Name  den  beiden

36  Kiepert,  Beitrag  zur  alten  Ethnographie  der  iberischen  Halbinsel.  (Monatsberichte ­
  der  k.  Akademie  der  Wissenschaften  zu  Berlin.  1864.  S.  148.)
—  Es  ist  übrigens  ein  grosser  Irrthum,  wenn  man  mit  Sestini,  Descrizione
  delle  inedaglie  Ispane.  p.  164  annimmt,  es  gäbe  eine  iberische  Münze
mit  einer  Legende  S  üben  dun  um;  die  Legende  lautet  Il'fokmplidi  n
und  ist  oben  S.  773  besprochen  worden.  Eben  so  wenig  gibt  es,  wie
Sestini  p.  183  meint,  eine  iberische  Münze  mit  einer  auf  Beseda  bezüglichen ­
  Legende.
37  Humboldt  a.  a.  0.  98.
38  Vergl.  Lecluse,  Grammaire  de  la  langue  basque.  p.  3ö.
3S  Vergl.  Glück,  die  bei  C.  J.  Cäsar  vorkommenden  keltischen  Namen.
S.  152.
40  Cic.  pro  Quinct.  25.  §.  80.  Orelli  liest  Segusiavi.
41  Humboldt  a.  a.  O.  54.
42  Von  diesem  Worte  war  schon  bei  anderer  Gelegenheit  die  Rede,  s.  die
Abhandlung  über  den  iberischen  Ursprung.  S.  41.
            
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