Ueber den iberischen Stamm der Indiketen und seine Nachbarn.
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Es ist in der Tbat auffallend in diesen Gegenden, in
welchen so gut wie keine keltische Sprachreste gefunden werden,
einen Stadtnamen anzutreffen, welcher wie der von Sebendunum
einen keltischen Klang hat. Kiepert will ihn daher auch
nicht als sicher für keltisch halten 36 und bezieht sich dabei
auf die richtige Bemerkung Humboldts 37 , dass dun mit dem
Artikel duna im Baskischen einen ,Ueberfl.uss' anzeige; zu
den dort angeführten Beispielen möge et che duna ,Häuser
besitzend' hinzugefügt werden 3S . Zu einer Erklärung des ersten
Gliedes Sehen- liegt kein genügendes Material vor. Als
den Namen eines keltischen Volkes geben einzelne Handschriften
des Cäsar Selmsiani andere Segusiani 39 ; jene Lesart
findet sich auch bei Cicero in der Rede für den Quinctius 40 .
Die Handschriften des Ptolemäus haben aber keine Variante,
die zur näheren Aufklärung benützt werden könnte; einige
lesen Ssßekäauvov, andere SsßeXkouvov. — In dem Stadtnamen Basi,
der auch Bassi gelesen wird, glaubt Humboldt 11 das einfache
Stammwort für mehrere andere zu finden; er bringt es in
Verbindung mit bask. basoa 12 ,Wald' und ,Gebüsch', und erklärt
daraus die Namen Basti, Bastitani und Bascontum.
In dem zweiten Gliede von Egosa tritt eine in iberischen
Städtenamen mehrfach sich findende Endung hervor, man
denke nur an Tolosa, Labitolosa, Dertosa, Succosa. Eine Variante
bei Ptolemäus ist ’Epywja, wodurch der Name den beiden
36 Kiepert, Beitrag zur alten Ethnographie der iberischen Halbinsel. (Monatsberichte
der k. Akademie der Wissenschaften zu Berlin. 1864. S. 148.)
— Es ist übrigens ein grosser Irrthum, wenn man mit Sestini, Descrizione
delle inedaglie Ispane. p. 164 annimmt, es gäbe eine iberische Münze
mit einer Legende S üben dun um; die Legende lautet Il'fokmplidi n
und ist oben S. 773 besprochen worden. Eben so wenig gibt es, wie
Sestini p. 183 meint, eine iberische Münze mit einer auf Beseda bezüglichen
Legende.
37 Humboldt a. a. 0. 98.
38 Vergl. Lecluse, Grammaire de la langue basque. p. 3ö.
3S Vergl. Glück, die bei C. J. Cäsar vorkommenden keltischen Namen.
S. 152.
40 Cic. pro Quinct. 25. §. 80. Orelli liest Segusiavi.
41 Humboldt a. a. O. 54.
42 Von diesem Worte war schon bei anderer Gelegenheit die Rede, s. die
Abhandlung über den iberischen Ursprung. S. 41.