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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 67. Band, (Jahrgang 1871)

Ueber  den  iberischen  Stamm  der  Indiketen  und  seine  Nachbarn.

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Byzanz  sie  Rhode 25  nennt  und  dazu  den  Gentilnamen  'PsSaTo;
angibt;  auch  Ptolemäus 2fi ,  Livius 27  und  Mela 2S  geben  ihr  denselben ­
  Namen.
Die  Nachrichten  über  den  Ursprung  dieser  Stadt  gehen
ebenfalls  auseinander;  Strabo  lässt  sie  von  den  Emporiten
erbaut  werden 20 ,  bemerkt  aber  auch,  in  Uebereinstimmung  mit
Skymnus  von  Chios :,ft ,  man  schreibe  ihre  Gründung  den  Rhodiern
  zu;  ausserdem  weiss  er  von  einem  daselbst  befindlichen
Tempel  der  ephesinischen  Diana,  deren  Cultus  die  Massalioten
  nach  Iberien  gebracht  liaben  und  gibt  an,  dass  auch  die
Emporiten  jene  Göttin  dort  verehrt  hätten.
Es  ist  sehr  zu  bedauern,  dass  es  für  diese  Stadt  an  jedem
inschriftlichen  Monumente  fehlt 31 ;  ein  solches  würde  über  die
fraglichen  Punkte  entscheiden.  Auch  von  der  Benützung  von
Münzlegenden  glauben  wir  hier  abstehen  zu  müssen,  weil  es
von  denjenigen  unter  ihnen,  welche  Rdse  zu  lesen  sind 32 ,  sehr
viel  wahrscheinlicher,  ja  beinahe  gewiss  ist,  dass  sie  der  Stadt
Sagunt,  als  dass  sie  Rhoda  angeboren.  Wir  werden  daher
diese  Frage  bei  anderer  Gelegenheit  abermals  aufnehmen.
Einstweilen  wollen  wir  uns  mit  der  Bemerkung  begnügen,
dass,  wenn  die  Rhodier  die  Stadt  erbaut  haben  sollten,  wohl
nicht  daran  zu  zweifeln  wäre,  dass  sie  einen  den  berühmten
Seefahrern  möglichst  entsprechenden  Namen,  sei  es  Rliode  oder
Rhodos  erhalten  haben  wird;  wenn  aber  nicht  Jene,  sondern
die  Emporiten  die  Erbauer  waren,  so  könnte  man  auch  die
gewöhnliche  Lesart  Rhodope 33  gelten  lassen;  dass  die  Emporiten
hier  die  ephesinische  Diana  verehrten,  weist,  da  sie  selbst
ursprünglich  Massalioten  waren  und  diese  den  Cultus  der

25  Steph.  Byz.  p.  242.
20  Ptol.  1.  c.  p.  120:  31.
27  Liv.  XXXIV.  8.  §.  6.
28  Mela.  de  situ  orbis  II.  6.  p.  198;  31.
29  Strabo.  III.  c.  4.  §.  8.  p.  132.
30  Scymnus,  Orbis  descript.  v.  204.
31  Hübner  1.  c.  p.  615.
32  Iber.  Alphab.  Leg.  254  u.  ff.
33  Als  Beinamen  von  Frauen,  einer  Calpurnia  und  einer  Pompeia,  findet  sich
Rhodope  bei  Hübner  1.  c.  n.  1427  und  584  (vergl.  3049).
            
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