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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 67. Band, (Jahrgang 1871)

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Höfl  er.

Slaven  eine  neue  Bevölkerung.  Der  Edessener,  welcher  so  grosses
geleistet  und  das  Reich  aus  dem  tiefsten  Verfalle  gerettet,
kannte  am  besten  den  Werth  Asiens,  wo  er  sich  seit  622  aufgehalten ­
  und  wohin  er  sieh  auch  in  den  nächsten  Zeiten  wandte,
nachdem  er  die  ersten  12  Jahre  seiner  Regierung  den  griechischeuropäischen ­
  Theil  des  Reiches  der  beispiellosen  Verödung
durch  Avaren  und  Slaven  hatte  überlassen  müssen.  Aber  gleich,
als  sollte  in  einer  und  derselben  Regierung  der  eine  Abgrund
sich  nur  sehliessen,  damit  der  andere  desto  jäher  sich  aufthue,
begann  unter  ihm,  dem  Zeitgenossen  Mohameds,  auch  schon  der  unwiderstehliche ­
  Angriff  der  Araber,  gleichzeitig  im  Euphrat-  und
im  Jordanthale.  Ehe  Jerusalem  fiel,  war  schon  Damaskus  gefallen. ­
  Nicht  mehr  als  Sieger,  sondern  einem  Feinde  weichend,
der  den  Tod  nicht  scheute,  und  einer  Macht,  welche  wie  aus  dem
Erdboden  hervor,wuchs,  kam  Heraklios  nach  Constantinopel
(635)  zurück,  während  die  Wogen  der  arabischen  Eroberung
allmälig  über  Syrien,  Palästina  und  Aegypten  zusammenschlugen;
Jerusalem  und  Ktesiplion  wurden  von  den  Arabern  erobert,  der
Islam  verschlang  die  Religion  Zoroasters,  wohin  der  Araber
drang,  wurde  der  Christ  zum  Knechte,  verstummten  die  Glocken,
verschwanden  die  Kreuze,  erhob  sich  der  Islam  zur  ausschliesslichen ­
  Herrschaft.
Die  Katastrophe  war  in  einem  erschreckenden  Umfange
eingetreten.  Nicht  blos  dass  der  lange  Kampfpreis  zwischen
Römern,  Parthern  und  Neupersern  verloren  ging,  ohne  je  wieder
an  das  Reich  zurückzufallen,  ebenso  was  Cnejus  Pompejus
Magnus  und  das  Haus  der  Flavier  in  Syrien  und  Palästina,
Octavianus  Augustus  und  die  Seipionen  in  Afrika  erworben.
Auch  die  Besitzungen  an  der  Ostküste  Spaniens  wurden  dem
römischen  Reiche  entfremdet.  Sie  fielen  in  die  Hände  der
Westgotlien  um  von  diesen  sehr  bald  in  die  der  Araber  überzugehen. ­
  Die  Herrschaft  auf  dem  mittelländischen  Meere  liess
sich  nicht  mehr  behaupten.  Sicilien  und  die  übrigen  Inseln,
welche  das  spanische  Meer  vom  tyrrhenischen  trennen,  wurden
nur  mehr  Vorlande  zum  Schutze  Italiens  und  selbst  mit  Mühe
behauptet.  Aber  von  Italien  selbst  gehörte  der  nördliche  und
mittlere  Theil  den  Langobarden  ;  nur  ein  Theil  der  Ost-  und  der
Westküste,  sowie  die  Seestädte  im  Süden  blieben  römisch.  Auf
wie  lange,  musste  sich  zeigen,  und  ebenso,  ob  das  noch  römische
            
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