694
Mn 9 sa f i a.
exclam-), striante (schiantare, sklrizen für slrizen),. stciari (schiarire,
ex-clar-), striata (schiatta, slalita, s-c-lahta), striave (s-cliiavare,
ex-clavare), stdazze (schiacriare s-klackjan), stciett (schietto,
s-c-leht), stdev (schiavo, sklave), stcioma (scliiuma, sc-l-üm),
stciopp (schioppo sclopus statt stioppus), stciuvle ,verrenken*
(schiovolare, ex-clav-) l . Im Inlaute: fistele (fischiare fisclare st.
fist'lare), mastS (maschio masclus), misteie (mischiare misc’lare),
visteios svistce (viscliioso svischiare, visc’lum). In stduse, bäuerischer
Form für scuse, muss ebenfalls eingeschobenes l angenommen
werden, gerade so wie im entsprechenden ariuse
nb. acuse.
159. Wie ist nun dieses stS zu erklären? Es kömmt allerdings
viel darauf an, ob man wirklich die drei Laute hört, oder ob
nicht vielleicht Morri das Zeichen gewählt hat, um die Schreibung
scia, scio u. s. w., die wie sa, so gelesen werden könnten,
zu vermeiden. Die Proben aus der Mundart von Lugo, die
Biondelli mittheilt, bieten in der That nur sc: bescia, cscian.
Dass auch das Imolensische Wörterbuch stei schreibt, beweist
nicht viel; es kann dem Beispiele von Morri folgen. Wir
müssen daher sagen: wenn nur sS ausgesprochen wird, so ist
das Zusammenflüssen von stj und skj (= skl) selbstverständlich,
da sowohl tj als kl regelrecht c hervorbringen; die zwei Vorgänge
laufen einander parallel. Wird aber das t einigermassen
gehört, so steht die Sache etwas anders; die zwei Vorgänge
müssen als identisch angesehen werden. Gehen wir nun von
dieser Voraussetzung aus, so werden wir die Erscheinung stj
zu stc als die massgebende betrachten; tj wird hier zu c, aber
so, dass ein Nachldang des t noch übrig bleibt, oder mit
anderen Worten : j wird unter Einfluss des vorangehenden t
zu c. Skj wird dann nicht unmittelbar zu stü, sondern tritt
vielmehr zuerst zu stj über (vergl. tose, maschio mastio, schiantare
stiantare, dann stietto, stioppo, stiuma und stummia); die
zwei Formeln werden zu einer.
160. Wir haben noch einige Wörter zu verzeichnen, in denen
sc, das weder stj noch skj entspricht, ebenfalls in der Form stc erscheint.
Es handelt sich bei allen um £ mit verstärkendem s. So
in den Naturlauten: ciacch und stciacch, it. ciarlare und romg.
1 imol. steiudö = schiodare, ex-clau-d-ave.