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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 67. Band, (Jahrgang 1871)

Darstellung  der  romagnolischen  Mundart.

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147.  MI.  Verstummung  des  i  in  vindme  (vendemmiare).
148.  DJ  zu  g:  aczigia  (accidia),  cugiutor  (coadjutore),
Engia  (India),  gevid,  giadema,  giamant,  giareja  (diarrea),
Giunis  (Dionigi),  gugidl  ,Unterhaltung'  (gaudiolum),  megiant,
merigiana,  misericorgia,  parfigia,  qinitigian,  stuge  (studiare),
ubigenza.  Manchmal  tinden  sich  g  und  di  neben  einander:
assige  und  assidie,  giacun  und  diacun,  geta  und  dieta,  inegia
und  inedia,  ugenza  und  udienzci.
149.  Wenn  neben  industria  auch  ingiostria  vorkommt,  so
muss  Einschiebung  eines  i  angenommen  werden.
150.  DI[U]  im  Auslaute  ergibt  neben  di  auch  gi,  nicht
g,  wie  nach  der  Analogie  von  h  =  ni[u]  zu  erwarten  wäre:
assedi  und  assegi,  rimedi  und  rim.egi.  Nur  ategi  (tedio),  während ­
  das  Verbum  tedie  lautet.  So  im  Plurale  von  Femin.;
Sing,  cumegia,  Plur.  cumegi,  nicht  cumeg[ej.
151.  TJ  wird  manchmal  zu  zz,  wo  das  Ital.  zi  beibehält:
■pazzmzia,  pazzent  nb.  pazient  und  nur  paziente.  Umgekehrt
rmg.  zi  ==  it.  zz  in  prezi  nb.  prhzz.
152.  Wo  TJ  im  Ital.  g  ergibt,  bietet  die  Mundart  weiches
s:  rason  —  ragione.
153.  TJ  zu  6  (als  Seitenstück  zu  dj  =  g)  nur  in  vincion
(ventiuno),  vindott  (ventiotto).
154.  SI  verliert  in  der  Regel  das  i:  cisa  (ecclesia);  Dies
(Blasius,  it.  Biagio),  fasol  (phaseolus,  it.  fagiuolo).
155.  STJ  wird  zu  stc:  Bastcian,  hestcia,  cstcian,  mudestcia
midestcia,  ostcia  (ostia),  questcion  nb.  qüestion,  vstceri  (vestiario).
Zu  bemerken  ist  postcion  =  postiglione;  zuerst  postijon,  dann
(nach  §.  142)  postion,  und  stj  =  sie  '.
156.  Im  Auslaute  dagegen,  wenn  nämlich  auf  sti  kein
Vocal  folgt,  bleibt  dieser  Nexus  unverändert;  daher  Sing.
hestcia,  Plur.  besti.
157.  In  öss  =  ostium  folgte  die  Mundart  der  ital.  Darstellung; ­
  ss  für  s  (sei)  von  uscio.
158.  SKJ  ergibt  fast  überall  stc.  Es  handelt  sich  in  den
meisten  Fällen  um  lateinisches  oder  fremdes  s-cl.  Beispiele.
Im  Anlaute:  steiaff  (schiaffo,  schlupfe),  steiamazz  (schiamazzo

1  imol.  asteiö  ■—  astie  =  astijö  =  assottigliare,  zugleich  arstiji.  Die  3.  Praes,
Ind.  von  asteie  wird  gewiss  asttja  lauten.
            
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