Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 67. Band, (Jahrgang 1871)

Darstellung  der  romagnolischen  Mundart.

687

zuerst  zu  mbr  und  m  dann  ausgetreten?  Letztere  Annahme
wird  von  rimin.  imbrenda  unterstützt;  der  Nexus  mbr  wird  hier
durch  vorgeschlagenes  i  unterstützt.
120.  d)  Einschiebung  eines  Vocals.  Hier  treten  uns  wieder
jene  zwei  Vocale  entgegen,  welche,  wie  wir  gesehen  haben,
zur  Lösung  eines  harten  Consonantennexus  dienen.  Wenn  drei
Consonanten  auf  einander  folgen  und  der  mittlere  m,  v  oder  r
ist,  so  wird  im  ersten  Falle  u,  im  zweiten  a  eingeschoben.
121.  ConsMCons  =  Cons H MCons.  Aus  verminosus  wird  mit
beibehaltenem  i  varminos,  zugleich  aber  kann  i  wegfallen,  dann
aber  lautet  die  Nebenform  nicht  varmnos,  sondern  var«mnos.
Dmezel  ,Scheidewand'  (=  it.  tramezzo,  gleichsam  <ii-mezz-ale)
kann  das  unbetonte  e  verlieren  und  lautet  dann  d*mzel.  Einen
Bewohner  von  Imola  nennen  die  Bauer  Jurnlen  (—  Imlen,
*  =  J)-122.
  ConsVCons  =  Cons“VCons.  Neben  svizze  =  svezzare
gibt  es  eine  Form  mit  dis  und  ohne  i,  welche  dann  dsvze  lauten
würde,  mit  Einschiebung  des  u:  ds H vze  oder  mit  Anhäufung
von  Präfixen  sdsuvze.  Nicht  anders  dsuvsti  =  d[i]s-v[e]stire.
Dvni  ist  gestattet,  aber  zugleich  lautet  das  Wort  d»vni  duvni.
Re-videre  ergiebt  neben  arvde  (über  ar  =  re  §.  125)  die  gebräuchlichere ­
  Form  amvde.
123.  Das  in  den  zwei  vorhergehenden  §§.  belegte  Lautgesetz ­
  zeigt  sich  auch  zwischen  zwei  verschiedenen  Wörtern
wirksam  (das  erste  in  der  Regel  ein  Procliticon).  La  msura
und  d’umsura  (di  misura;  de  =  d  und  dms  —  d,mis);  u  la
vdrebb  un  zigh  (e’  la  vedrebbe  un  cieco),  da  die  Verbindung  lavd
keine  Schwierigkeiten  bietet;  aber  u-s  «vdrä  (e’  si  vedrä),  weil
usvd  kaum  auszusprechen  ist.  S’a  vli  —  se  volete  und  s’a-m  «vli
ben  (==  se  mi  volete  bene);  fe  vn\  (far  venire)  und  fes  «ml
(farsi  v.)  Auch  j  gilt  als  Conson.:  voj  «vde  (voglio  vedere)  u.  s.  w
124.  In  Bezug  auf  r  ist  vor  allem  die  Verbindung
MutaRIVoc  —  rmg.  MutaRJVoc.,  wo  j  als  Consonant  gilt,  zu
berücksichtigen;  vgl.  §.94.  Wie  pidria  hierpid«rja  lautet,  sopidriolpid«rjbl.
  Nicht  anders  vidarjbl  (vetriuolo),  cavarjol  (cavrimlo),
budarje  nb.  budme  (budriere),  imbarjegh  (ubbriaco),  mandarj-e,
bl  (mandriare  mandri-ano),  parjor  (priore).  Tarjega  wird  eher
aus  t’riaca  als  aus  theriaca  (e  zu  a  nach  §.76  oder  82)  zu  deuten
sein.  Und  hieher  können  alle  §.  88  angeführten  Fälle  gehören;
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.