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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 67. Band, (Jahrgang 1871)

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AI  u  s  s  a  f  i  a.

petin,  sondern  petan.  Wie  ist  nun  der  Vorgang  zu  deuten?  Hat
sich  i  in  das  der  Mundart  an  dieser  Stelle  zuträglichere  a
verändert,  oder  ist  i  abgefallen  —  *petn  wie  tosg  —  und  tn
durch  Einschiebung  von  a  aufgelöst?  Wenn  man  iucözan  —
incüdinem  erwägt,  so  wird  man  die  zweite  Erklärungsart  als
wahrscheinlicher  halten.  Langes  u  kann  in  der  That  zu  6  nur
dann  werden,  wenn  es  in  romanische  Position  zu  stehen
kommt;  es  muss  also  die  Form  incözn  (die  noch  jetzt  vor
Vocal  die  allein  gebräuchliche  ist:  essar  tra  l’incözn  e  e  marteil)
vorangegangen  sein,  und  erst  aus  dieser  sich  incozan  gebildet
haben.  Eben  so  zeigt  anma  dass  anum  —  anim-us,  ae  am  besten ­
  durch  anm  amm  zu  erklären  ist.  Andererseits  ist  nicht  zu
leugnen,  dass,  wenn  aus  decima  sich  dezima  und  aus  d’ecim  jus,  i,
aeI  sich  dezurn  ergibt,  wenn  aus  lacrima  legrima  und  aus  lacrim[ae]
  legrum  wird,  man  darin  eine  Unterstützung  für  die  Ansicht ­
  finden  darf,  dass  i  nicht  abgefallen,  sondern  zu  u  verändert ­
  worden  ist.  Wenn  man  nämlich  bedenkt,  dass  selbst
beim  Vorhandensein  eines  unterstützenden  a  Formen  wie  dezma
oder  gar  legrma  als  zu  hart  befunden  wurde,  so  wird  man  auch
ein  vorangehendes  dezm  legrm  kaum  annehmen  können.  In
der  That,  selbst  wenn  Vocal  folgt,  bleibt  legrum  (aves  al  legrum
in  tla  bisaccia).  Es  folgt  daraus,  dass  bei  der  Endung  Im  beide
Vorgänge  zugleich  mitwirkten.  Tritt  I  aus,  so  wird  u  eingeschoben, ­
  wenn  kein  unterstützender  Vocal  folgt;  fällt  i  nicht
weg,  so  bleibt  i  bei  weiblichem  Ausgang,  während  bei  männlichem, ­
  wo  m  sylbeschliessend  ist,  sich  u  statt  l  einfindet.
Als  hieher  gehörige  Beispiele  mögen  angeführt  werden:
a)  Endung  -in-:
m  —  n:  Cherman  (Carmine),  öman  (homines),  virman  (verminem).
Dagegen  fulmin,  tarmin.
d—n:  gendan  (lendine).  Dagegen  disordin,  tendin.
t—n:  petan,  zentan  (=  it.  centina,  Verbalsubst.  von  centinare,
rmg.  männlich),
s—n:  esan  (asinus).
z—n:  erzan  (argine).
b)  Endung  -im-:
n—m:  menum  (minimus),  anonum.
s—m:  Suff,  -esum:  millesum;  Suff,  -issimus:  novissum,  ebenso
medesum,  massum,  pvossum.  Hieher  kann  man  auch
            
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