676
M u s s a f i a.
zu CARPeIndessen ist eine andere Erklärung möglich. Es
kann gänzlicher Abfall des unbetonten e und Einschiebung
eines a zur Lösung des zu harten Nexus angenommen werden.
Also CREPe zu *CRPS dann zu C A RP'e. Dies wird deutlicher
werden durch die nun folgende Erörterung über den
Wegfall unbetonter Vocale. Vgl. besonders §. 124.
90. Bevor wir zu derselben schreiten, halten wir noch
einen Augenblick innc, um durch Beispiele den Einfluss zu
veranschaulichen, welchen die in den §§. 82 — 89 besprochenen
Erscheinungen in der Verbalflexion ausüben.
82. Inf. zarche Praes. Ind. 1. zercli, 3. zerca, Impf, zarcheva
83. „ avalne Praes. Ind. 3 avlena
87. „ arincraspe „ „ „ arincrespa
88. „ tarme Praes. Ind. 1. 2. trem, 3. trema, 4. tarmen
Impf. tarmSva, Impf. Conj. tarmess u. s. w.
89. Inf. creclar Praes. Ind. 1. 2. 3. cred 4. carden, Impf.
cardeva, Conj. 1. 2. 3 creda
„ cresscir Praes. Ind. 1. 2. 3 cress, 4. ccirsen, Impf, car-„
seiKi, Prc. carsü
„ arcarve, Praes. Ind. 3. arcreva, 4. circarven.
Abfall unbetonter Vocale.
91. Einer der charakteristischen Züge dieser Mundart —
so wie der mit ihr verwandten — ist, dass unbetonte Vocale
mit grosser Leichtigkeit wegfallen, wodurch die Gestalt des
Wortes wesentlich modifleiert wird. Es erleichtert den Ucberbliek,
wenn man die Vocale je nach ihrer Stellung im Worte
besonders behandelt, wenn auch manche gleichartige Erscheinung
dadurch wiederholt zur Sprache kommt.
Nach dem Accente.
92. Der auslautende Vocal wird, mit Ausnahme von a, ausgestossen:
parniz = pernice-m, cred — credi-s, cred = credo,
an = annu-m, aber rosa = rosa-m 2 .
1 Dieser Ansicht ist auch Ebert bei Eitschl, Opusc. philol. II. 539, welcher
bei der vollkommen identischen Erscheinung im Churw. — scarlira (scriptura),
cardienscha, parmavera — Metathese annimmt, ohne aber die Veränderung
des Vocales — a = e, i — in Anschlag zu bringen.
2 Das Forliv. pflegt jedes ausl. a zu e werden zu lassen: Campagne, gende\
loche (locca, 3. Praes. Ind. von toccare), daseve (davoj; contre, sense