Abhandlungen aus dem Gebiete der alten Geschichte.
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nicht mehr geleitet und erhalten werden könne, Italien aufgehört
habe, das Hauptland des letzteren zu sein, seihst die
Monarchie im engsten Sinne des Wortes nicht mehr behauptet
werden könne. Als daher mit wahrhaft riesenmässigen Anstrengungen'
der innere Zerfall wenigstens in der Weise von
Aurelian 270—275 und seinen nächsten Nachfolgern aufgehalten
wurde, dass der TcoktwwipavtY), der Vielherrschaft und der Auflösung
des Ganzen in nicht zusammenhängende Theile gesteuert
wurde, trat der andere Versuch ein, das Reich mit Bewahrung
einer obersten Einheit administrativ zu theilen.
Das von Diocletian seit 286 eingeschlagene System einer
Doppelherrschaft von 2 Imperatoren (Augusti) und 2 Cäsaren
entzog Rom und Italien noch mehr seine Bedeutung, erhob
Nicomedien, Mailand, Sirmium und Trier zu Residenzstädten
und gab Illyricum selbst den Rang einer der 4 Hauptbestandtheile
des Reiches. Es artete aber selbst sein- bald aus, da
sich 308 die Anzahl der Augusti auf sechs belief und nun eine
neue Reihe blutiger Kämpfe, ähnlich den Triumvirnkriegen,
diese Anzahl auf 4, auf 3, auf 2, endlich seit 324 auf Einen
reducirte. Dieser aber den grossen Thatsachen Rechnung tragend
ordnet jetzt das Reich nach 4 grossen Präfecturen, überlässt
Rom mit seinen leerstehenden Tempeln den alten Göttern,
gibt aber dem Reiche eine neue Hauptstadt an der Schwelle
zweier Erdtheile und macht damit Thracien und Illyricum statt
Italiens zum Hauptlande, während er die Ausschliesslichkeit des
Polytheismus bricht, ihm seine Bedeutung als Staatsreligion
entzieht, ohne mehr eine andere an ihre Stelle zu setzen, wohl
aber die neue Macht anerkennend, die ohne, ja selbst gegen den
Staat entstandene unermessliche religiöse Veränderung, die ja die
Gränzen des römischen Reiches gleich anfänglich überschritten
hatte und sich ihrer Natur nach nicht in den engen Raum eines
Staates, und sei es auch des römischen, einzwängen liess.
Das Ende des antiken Kaiserthums, das nicht blos die
römische Welt, sondern die gesammte civilisirte Welt der damaligen
Zeit, Indien und China nebst der Sassanidenherrschaft
ausgenommen repräsentirte, näherte sich dem Ende, welches die
römische Republik genommen hatte. Wie Julius Cäsar, vereinigte
Valerius Diocletianus mit dem Beinamen Jovius die
oberste Gewalt. Von ihm und den illyrischen Kaisern ging