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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 67. Band, (Jahrgang 1871)

Abhandlungen  aus  dem  Gebiete  der  alten  Geschichte.

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nicht  mehr  geleitet  und  erhalten  werden  könne,  Italien  aufgehört ­
  habe,  das  Hauptland  des  letzteren  zu  sein,  seihst  die
Monarchie  im  engsten  Sinne  des  Wortes  nicht  mehr  behauptet
werden  könne.  Als  daher  mit  wahrhaft  riesenmässigen  Anstrengungen' ­
  der  innere  Zerfall  wenigstens  in  der  Weise  von
Aurelian  270—275  und  seinen  nächsten  Nachfolgern  aufgehalten
wurde,  dass  der  TcoktwwipavtY),  der  Vielherrschaft  und  der  Auflösung ­
  des  Ganzen  in  nicht  zusammenhängende  Theile  gesteuert
wurde,  trat  der  andere  Versuch  ein,  das  Reich  mit  Bewahrung
einer  obersten  Einheit  administrativ  zu  theilen.
Das  von  Diocletian  seit  286  eingeschlagene  System  einer
Doppelherrschaft  von  2  Imperatoren  (Augusti)  und  2  Cäsaren
entzog  Rom  und  Italien  noch  mehr  seine  Bedeutung,  erhob
Nicomedien,  Mailand,  Sirmium  und  Trier  zu  Residenzstädten
und  gab  Illyricum  selbst  den  Rang  einer  der  4  Hauptbestandtheile
  des  Reiches.  Es  artete  aber  selbst  sein-  bald  aus,  da
sich  308  die  Anzahl  der  Augusti  auf  sechs  belief  und  nun  eine
neue  Reihe  blutiger  Kämpfe,  ähnlich  den  Triumvirnkriegen,
diese  Anzahl  auf  4,  auf  3,  auf  2,  endlich  seit  324  auf  Einen
reducirte.  Dieser  aber  den  grossen  Thatsachen  Rechnung  tragend ­
  ordnet  jetzt  das  Reich  nach  4  grossen  Präfecturen,  überlässt ­
  Rom  mit  seinen  leerstehenden  Tempeln  den  alten  Göttern,
gibt  aber  dem  Reiche  eine  neue  Hauptstadt  an  der  Schwelle
zweier  Erdtheile  und  macht  damit  Thracien  und  Illyricum  statt
Italiens  zum  Hauptlande,  während  er  die  Ausschliesslichkeit  des
Polytheismus  bricht,  ihm  seine  Bedeutung  als  Staatsreligion
entzieht,  ohne  mehr  eine  andere  an  ihre  Stelle  zu  setzen,  wohl
aber  die  neue  Macht  anerkennend,  die  ohne,  ja  selbst  gegen  den
Staat  entstandene  unermessliche  religiöse  Veränderung,  die  ja  die
Gränzen  des  römischen  Reiches  gleich  anfänglich  überschritten
hatte  und  sich  ihrer  Natur  nach  nicht  in  den  engen  Raum  eines
Staates,  und  sei  es  auch  des  römischen,  einzwängen  liess.
Das  Ende  des  antiken  Kaiserthums,  das  nicht  blos  die
römische  Welt,  sondern  die  gesammte  civilisirte  Welt  der  damaligen ­
  Zeit,  Indien  und  China  nebst  der  Sassanidenherrschaft
ausgenommen  repräsentirte,  näherte  sich  dem  Ende,  welches  die
römische  Republik  genommen  hatte.  Wie  Julius  Cäsar,  vereinigte ­
  Valerius  Diocletianus  mit  dem  Beinamen  Jovius  die
oberste  Gewalt.  Von  ihm  und  den  illyrischen  Kaisern  ging
            
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