Darstellung der romagnolisclien Mundart.
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53. Kurzes und Positions-w, die auch im Italienischen
gerne zu o werden, bethiitigen liier diese Neigung’ in weit
grösserem Maasse; der Laut ist entweder geschlossen oder
halboffen; vgl. §. 29.
54. Kurzes u wird zu ö in vorletzter Silbe; in drittletzter
nur in der Nähe von Labialen, sonst zu 6; vgl. §. 30.
<< — ö: dös (ducem, it. doge), dm (de ubi), göla, nös (nücem),
söra (super), zöv (jugum) — zövcm (juvenis); riömar
(numerus). — Löv löpa (lupus), ddca (it. duca, lat.
ducem) bilden Ausnahmen.
ü = ö: lat. rom. Propar.: söbit
lat. Propar., rom. Parox. mit dem Stammvocale in der
Position: pözz (puteus), pölsa (pulicem).
55. Positions-w wird in der Regel zu 6 (vergl. §. 32):
Vor gemin. I: null, pull, trastoll (trastullo)
„ „ r: törr
„ „ t: sott (asciutto)
„ „ s: lass (luxus)
„ „ z: pözza (puzza)
„ combin. r: spörgh (spurgo), oral (urlo), trövd statt torvd
(turbidus)
„ „ s: gidst, gdst, löstar, updscul.
Für jene Wörter, bei denen die Lautnüancirung des o
nicht näher bezeichnet ist — Abrozz, agozz, angostia, arbost,
moscul (musculus) u. s. w. — darf man ohne weiteres gleiche
Aussprache annehmen.
56. Es verhält sich hier wie beim e. Das o, trotzdem es
aus u stammt, neigt sich in der Position zur offenen Aussprache;
es wird halboffen ausgesprochen. Nur ist in Bezug
auf das u noch zu bemerken, dass die Neigung des Positionsvocals,
offen zu lauten, bei einzelnen Wörtern so stark wirkt,
dass o = Pos.-w selbst die ganz offene Aussprache erreicht:
rbz (rüdjus), sbfugh (Verbalsubst. von suffocare), tbss. Es verschwindet
da der Unterschied zwischen lat. roman. Pos.-o und
roman. Pos.-o = lat. Pos.-w. Für rott (ruptus) schwanken
Morri’s Angaben; er druckt rdtt und rbtt; das erste organisch,
das zweite durch Einwirkung der Analogie.
57. Nicht überall aber kann die Neigung, den Positionsvocal
offen auszusprechen, zur Geltung kommen; bestimmte
Sitzl). d. piil.-hUt. 01. LXVII. Bd. III. Heft. 43