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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 67. Band, (Jahrgang 1871)

Darstellung  der  romagnolischen  Mundart.

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zugleich  das  i  und  ergiebt  entweder  e:  garner 1  oder  i,  das
wieder  it.  ie  entspricht:  candlir  (candelliere),  manira,  vluntira
  (volentieri),  zuglir  (^SpassmacheF,  it.  giocoliere).  So  ist  tsir
I  gleichsam  tiss-arius,  vgl.  venz.  tess'er.  Manchmal  Doppelformen:
bandiva  und  bangera  (g  =  di),  barira  und  bariera,  panira  und
panera 2 .  Dessgleiclien  zrisa  =  ciriegia  —  cerasici  ceraisa.  Die
Nähe  des  i  veränderte  e  zu  i  in  gnint  —  niente.  Vgl.  auch
§.  26 3 .  —  Ein  i,  das  l  ersetzt,  kann  gleichfalls  das  nachfolgende ­
  e  zu  i  werden  lassen;  das  erste  i  bleibt  dann  in  der
Form  eines  j  oder  geht  ganz  in  i  auf:  plenus  *pjen  pjin;  plebeni
  *pjev  piv  (it.  pieve).  In  cisa  (ecclesia)  könnte  man  i  =  e
annehmen  (§.  17);  besser  aber  leie  Jclje  Me  cje  ci i .  Selbst  Id
kann  durch  le  je  zu  ji  werden:  placere  =  picise;  placet  *pjes  pjis 5 .
21.  Positions-e  wird  (mit  Ausnahme  der  im  §.  23  verzeichneten
  Fälle)  offen  ausgesprochen,  und  zwar  im  Allgemeinen
ganz  offen:
Vor  gemin.  I:  bell,  sella,  stellet,  Demin.  -eil
„  ,,  r:  ferr,  terra
„  „  tt:  petan  (pecten),  rispett,  z'ett  (getto)
„  „  zz:mizz  (medius  medjus),  prezz  (pretium) K
„  „  c:  vecc  (vetulus  veclus)
„  combin.  s:  nespul,  testa,  uribst,  vesta,  zinestra.
22.  In  romanischer  Position  findet  sich,  besonders  wenn
der  Vocal  ursprünglich  lang  war,  nicht  selten  e  ein:  cergh  (clericus),
  pezz  (pejus),  lez  (legem,  it.  legge),  sciegliar  (ex-el’gere
1  Also  wie  im  Spanischen  und  zahlreichen  itah  Mundarten;  e  ist  wohl  =  ai
anzusehen.  Vergleich  auch  per  {pari-,  it.  pajo).
2  Man  bemerke  matiria,  auch  venez.  materia  ,Narrheit 4 .  It.  matteria,  auch
mattia,  ist  matt  -)-  Suff,  ia,  roman.  ta,  mit  oder  ohne  vermittelndes  -er-.
Die  mundartlichen  Formen  gehen  auf  eine  Verquickung  von  -aria  =  vz.
-era,  rmg.  -im  mit  lat.  roman.  ta  zurück,  und  enthalten  demnach  das  i
zweimal.  Nicht  anders  im  rmg.  varsiria  =  it.  versihra  =  lat  advevsaria.
3  Der  Vollständigkeit  halber  bemerke  man  noch  tira  (altit.  tiera,  prov.
tieira,  Diez  EW.  II 3  439),  vira  (it.  ghiera).
4  4  In  anderen  Wörtern  kann  ie  bleiben:  fievul  (wohl  nicht  ganz  volkstümliches ­
  Wort),  inchiet  (inquieto).
5  Dies,  wie  es  scheint,  in  diesem  vereinzelten  Falle;  sonst  id,  also  z.  B.
nicht  pjiga  sondern  piega  (p/aga)
6  Wie  streng  gesetzmässig  die  Nüancirung  des  Lautes  vor  sich  geht,  sieht
man  in  den  zwei  Formen  prezi  und  prhzz;  dort  wird  e  vor  einfacher  Consonanz
  zu  e,  hier  in  roman.  Position  zu  h.
            
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