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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 67. Band, (Jahrgang 1871)

Mussafia  Darstellmig  der  romagnolischen  Mundart.

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Darstellung  der  romagnolischen  Mundart.
Von
Dr.  Adolf  Mussafia.

Folgende  Blätter  beabsichtigen  eine  Darstellung  der  romagnolischen ­
  Mundart,  an  die  sich  später  weitere  Ausführungen
über  die  anderen  Hauptmundarten  der  aemilianischen  Gruppe
anreihen  werden.  Meiner  Darstellung  liegt  das  Faentinische
zu  Grunde,  für  welches  wir  eine  ebenso  ausgiebige  als  zuverlässige ­
  Quelle  in  Morri’s  grossem  Wörterbuche  besitzen.  Die
Nebenmundarten  konnten  nur  in  einzelnen  Anmerkungen  berücksichtigt ­
  werden;  ich  konnte  dafür  nur  das  imolensische
Wörterbuch  von  Tozzoli  und  die  spärlichen  Sprachproben  bei
Biondelli  benützen  '.
A.
1.  Betontes  a  vor  einfachem  Consonante  wird  zu  e,  das
geschlossen  lautet:  e 2 .  Beispiele:  adesi  (adagio),  Bies  (Blasius),
bieva  (biada),  bresa  (bragia),  dies  (casus),  dievul  (cavolo),  eria
(aria),  eva  (apevi),  guei  (gncd),  imbariegh  (im-briaco),  legh  (lacus),
  levci  (Iciva),  mej  (majus),  viel  (male),  ned  (ncitus),  papevar
  (papaver),  pepa  (papa),  piegci  (plaga),  tevuld  (tabula),  treva
(trabem).
1  Vergleiche  mit  anderen  italienischen  oder  überhaupt  romanischen  Idiomen
wie  sie  sich  auf  Schritt  und  Tritt  darboten,  sind  mit  Vorsatze  vermieden
worden.  Ohne  diese  Enthaltsamkeit  würde  jede  Specialstudie  zu  einem
Buche  anschwellen  und  der  Wiederholungen  kein  Ende  sein.
2  Es  gibt  noch  einen  ganz  geschlossenen  e-Laut:  e  (§.  14).  Manchmal
scii  wankt.  Moni  im  Gebrauche  von  e  und  e  für  a;  so  schreibt  er  bald  mH
quSsi  bald  mei  quesi;  faUz  und  falts  (fallace);  nur  mesna  (macina),  Videl
(Vitalis).
            
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