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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 67. Band, (Jahrgang 1871)

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Ficker.

beilegen  zu  müssen,  so  muss  es  um  so  näher  liegen,  den  auch
an  uud  für  sich  für  die  Geschichte  des  Longobardenrechtes
nicht  unwichtigen  Umstand  hier  noch  nachträglich  zu  erörtern.
In  einer  Urkunde  aus  Pavia  von  1018  (Muratori  Antiq.
It.  1,  387)  wird  die  Bestimmung  des  Capitulare  Longobardorum
  erwähnt,  dass  die  Frau  mit  ihrem  Manne,  wie  zum
Verkaufe,  so  auch  zur  Schenkung  berechtigt  sei.  Da  diese
Bestimmung  Lib.  Pap.  Pip.  34  vorkommt,  so  lag  allerdings
für  Boretius  Praef.  ad  L.  Pap.  §.  24  die  Annahme  nahe,  dass
in  jener  Stelle  gerade  auf  das  Capitulare  des  Papienser
Rechtsbuches  Bezug  genommen  sei,  während  zugleich  andere
Gründe  dafür  zu  sprechen  scheinen,  dass  dieses  nicht  vor  dem
Beginn  des  Jahrtausends  entstanden  sein  könne.  Dieser  Annahme ­
  bin  denn  auch  ich  oben  gefolgt.  Aber  entweder  die
eine  oder  die  andere  ergibt  sich  jetzt  als  irrig.
Nach  jener  Urkunde  des  Archivs  zu  Mailand,  welche  ich
unter  den  Beilagen  zu  meinen  Forschungen  zur  Reichs-  und
Rechtsgeschichte  Italiens  veröffentlichen  werde,  werden  988
Mai  26  im  Gerichte  Giselberts,  Pfalzgrafen  und  Grafen  von
Bergamo,  zwei  an  demselben  Tage  ausgestellte  Urkunden  vorgelegt. ­
  Die  erste  betrifft  einen  Tausch  zwischen  dem  Grafen
Gandulf  und  seiner,  von  Geburt  nach  salischem,  ihres  Mannes
wegen  nach  longobardischem  Rechte  lebenden  Frau  Ermengarde ­
  einerseits,  und  dem  Bischöfe  von  Cremona  andererseits.
Die  zweite  eine  Schenkung  derselben  Eheleute  an  den  Bischof.
In  beiden  wird  die  Einhaltung  der  Bestimmung  des  longobardischen
  Rechts  erwähnt,  dass  in  solchen  Fällen  die  nächsten
Verwandten  der  Frau  zuzuziehen  sind.
Da  heisst  es  nun  in  der  zweiten  Urkunde:  Nos  Gandulfus
comes  —  et  Ermengarda  cometissa  —  ipse  namque  G.  comes
iugalis  et  mundoaldo  meo  —  consenciente  et  subter  confirmante,  et
iusta  capitular  e  Langobar  dorum,  in  qua  inter  cetera
continere  videtur,  ut  sicut  midier  cum  viro  suo  abet  potestatem
res  suas  venundandum,  ita  et  donandum,  ideoque  ego  que
supra  E.  cometissa  una  cum  noticia  de  propinquioribus  parentibus
  —  in  eorum  presencia  vel  testium  certa  facio  professione,
quod  nullam  me  pati  violenciam  ad  quempiam  ominem  nec  ab
ipso  iugale  et  mundoalto  meo,  nisi  mea  bona  et  spontanea  voluntate,
  offertores  et  donatores  ipsius  episcopii,  presentes  presentibus
            
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