Ueber Ivant's Halbematisdies Yornrtlieil und dessen Folgen.
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des ,Einfachen in der Erkenntniss' nahe zusammen trifft. Raum
und Dauer, die bei Lambert unter dem letzteren erscheinen,
rechnet auch Kant zu den ursprünglichen Elementen aller Erfahrungs-Erkenntniss;
ja wie wir aus denProlegomenen (III. 244)
erfahren, sind diese beiden ,reinen Elementarbegriffe der Sinnlichkeit'
gerade die ersten gewesen, die es Kant gelang, bei der Untersuchung
der reinen Elemente des menschlichen Erkennens von
denen des Verstandes mit Zuverlässigkeit ,zu unterscheiden und
abzusondern'. Diese stets wiederkehrenden Worte, wo es Kant
nicht verschmäht, auf die Art, wie er zu seiner Entdeckung
des a priori gekommen, gelegentlich ein Licht fallen zu lassen,
rechtfertigen den Ausspruch J. B. Meyer’s (a. a. 0. S. 126),
Kant sei auf dem Wege ,reflectirender Selbstbeobachtung' zu
seiner Entdeckung der einfachen Elemente unserer Erkonntniss
gelangt. Wie langsam es damit ging, legen Ivant’s Briefe
an Marcus Herz (1770—1781) dar, in welchen er bereits 1771
,eine Kritik der reinen Vernunft' ankündigt, welcher er im
J. 1777 nur mehr Deutlichkeit geben zu müssen versichert, und
die trotzdem erst vier Jahre später zum Abschluss kam.
Ist nun ,Selbstbeobachtung und Selbstbesinnung' von psychologischer
Methode wesentlich verschieden ? Wenn sie es aber
nicht sind, welches Recht hatte Kant ,gegen die Grundlegung
der Kritik mittels empirischer Psychologie' sich zu verwahren,
wie er es that? Denn, dass er Grund dazu hatte, ist nach
K. Fischer’s schlagender Argumentation länger nicht zu bezweifeln.
Wenn die apriorische Natur des a priori unmöglich a posteriori eingesehen
werden kann, bleibt nur zweierlei übrig: entweder dieselbe
wird a priori eingesehen, oder es giebt eben gar kein a
priori. Die apriorische Einsicht müsste entweder auf dem
Woge der apriorischen Deduction durch den transcendentalcn
Beweis oder auf jenem der apriorischen Intuition durch die
transcendentale (intelloctuale) Anschauung erfolgen. Erstere ruht
bei dem wichtigsten Theil der Kritik, bei der transcendentalen
Aesthetik, auf Kant’s ,mathematischem Vorurtheil' von der synthetischen
Natur der mathematischen Urtheile, mit welchem sie
steht und fällt. Von einer intellectualen Anschauung ist bei
Kant keine Rede. Es bleibt also nur der Ausweg übrig, entweder
eine solche zu finden (vielleicht zu erfinden), um zu der
Kenntniss des a priori mit apriorischer Sicherheit sich aufzu-