Zimmerman n.
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sein', also einer Art unfehlbaren Erkenntnissorgans die Rccle
ist, wie dieser, aus dem Grunde kein Gewicht, weil sie einer
zu frühen Periode Kant’s angehört (1763), so verdient doch die
gleichfalls von ihm aufgefundene Andeutung in den Briefen an
Lambert alle Beachtung. Im November 1765 schreibt dieser
an Kant von einem neuen Versuch zur Verbesserung der Metaphysik
und der Methode, die dazu führt (X. S. 470). Er macht
Wolf den Vorwurf, dass er wohl zeige, wie man fortgehen
könne, aber nicht, wie man aüfangen solle. Definitionen seien
nicht der Anfang, sondern das, was man nothwendig vorauswissen
müsse, um die Definition zu machen. Wolf habe noch
das Beispiel des Euklides vor Augen gehabt, aber er habe
nicht genug darauf gemerkt, wie sorgfältig dieser die Ordnung
des Vortrags dazu einrichte, ,die Möglichkeit der Figuren
zu beweisen und deren Grenzen zu bestimmend (Ist es nicht
auffallend, dass auch Kant’s Unternehmen darin bestand, die
Möglichkeit der Erkenntniss zu beweisen und deren Grenzen
zu bestimmen?) Lambert fährt fort: er glaube, man thue
besser, wenn man anstatt des Einfachen in der Metaphysik
(wie Leibnitz und Wolf gethan hatten) das Einfache
in der Erkenntniss aufsuche. Er nennt als Beispiele die
einfachen Verhältnissbegriffe: vor, nach, durch u. s. w., ferner
,Raum', ,Dauer' u. s. w. und schliesst: Wenige einfache Begriffe
sind genug, die Anzahl der zusammengesetzten ins Unendliche
zu vermehren; und wenn diese vollständig gefunden seien, so
dürfe man gleichsam nur ein Lexikon durchgehen, um durch
deren Vergleichung ,ohne Mühe' auf Axiomate und Postulate
zu kommen; ,denn da diese allen zusammengesetzten vergehen
müssen, so können darin keine anderen als einfache Begriffe
Vorkommen, weil nur diese für sich gedenkbar und eben dadurch,
dass sie einfach sind, von allem inneren Widerspruch
frei sind.'
Diese Methode, die lebhaft an Leibnitz’ens calculus universalis
mahnt, findet Kant in seiner Antwort, in welcher er
Lambert in mehr als höflicher Weise das ,erste Genie in
Deutschland' nennt, mit der seimgen ,in Uebereinstimmung'
(a. a. O. S. 472). Bezeichnet ja doch auch er die Aufgabe der
Kritik als das Bestreben zur Herstellung eines ,Inventariums
der reinen Vernunft', was mit dem Lambert’schen ,Lexikon'