Ueber Kant's mathematisches Vorortheil und dessen Folgen.
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hauer’s Ausfall gegen Kant ; dass ein Theil unserer Erkenntniss
dem Intellect ursprünglich angehörig (a priori) und doch auf
dem VV ege innerer Erfahrung erkennbar, sei kein Widerspruch,
stimmt weder der Letztgenannte, noch Beneke bei. Die Erklärung
des Letztem schliesst sich zwar scheinbar jener von
Schopenhauer und Fries in der Forderung an, die a priori gegebenen
Formen nicht wieder a priori, sondern nur durch
(innere) Erfahrung zu erkennen, aber er fügt diesem Verlangen
eine Clausel bei, durch welche jene selbst wieder in Frage
gestellt, wird. ,Wenn überhaupt möglich', sagt er und deutet
damit denselben geheimen Zweifel an der Realität apriorischer
Formen an, welcher, wie oben gezeigt, Herbart veranlasst hat
dieselben ,unglückliche Einbildungen' zu nennen. Jenes ,wenn
überhaupt möglich' ist eben der Fragepunkt, auf den Kuno
Fischer seine Aufmerksamkeit gewandt hat, nur mit dem Unterschied,
dass dieser darum nicht an der Realität des a priori
wohl aber an jedem Versuche irre wird, demselben durch innere
Erfahrung, es wäre denn vielleicht eine, die zugleich Anschauung
und dennoch a priori (intellectuale Anschauung)
wäre, nahe kommen zu wollen.
Es scheint nicht, dass Kant selbst an eine solche gedacht
hat. In der Eingangs angeführten Stelle bezeichnet er die
Unterscheidung des (apriorischen) Zusatzes vom (sinnlichen)
Grundstoff zwar nicht als Erfolg unmittelbarer Beobachtung
durch den innern Sinn, aber als einen solchen, der nur durch
,lange Uebung und Aufmerksamkeit', also auf demselben Wege
wie sonst irgend ein Ergehniss: empirischer Forschung, erreicht
zu werden vermag. In den von J. B. Meyer (a. a. O.,
S. 123 u. ff.) gesammelten Stellen, wo Kant über die Art, wie
er zur Entdeckung des a priori gekommen sei, Andeutungen
macht, tritt nichts hervor, was von dem üblichen Verfahren
z. B. nach dem von Kant selbst gebrauchten Beispiel, des
Grammatikers, ,der aus einer Sprache Regeln des wirklichen
Gebrauchs der Wörter heraussucht und so Elemente zu einer
Grammatik zusammenträgt' (Prolog. III, 243) irgendwie abwiche.
Legen wir auf die von Meyer angeführte Stolle
(Untersuch, ü. d. Deutlichkeit der Grundsätze der natiirl.
Thool. und Moral, I. 78), in welcher sogar von ,innerer Erfahrung'
und ,einem unmittelbaren augenscheinlichen Bewusst