Alto Nachrichten und Denltw. von einigen Lehensmitteln China’s.
429
Der mennigrothe Erdliügel bringt grossen Tliee hervor.
Wenn man ihn als Arznei gebraucht, so macht er Flügel
wachsen.
Das Buch der Abbildungen von I-ling sagt:
Aus dem gelben Holze, der Mädchenwarte, dem Landstriche
der Fernsicht und anderen Bergen kommt Tliee und
spätgepflückter Thee.
Die von Yang-hien-tschi verfasste Geschichte von Kia-lan
in Lö-yang sagt:
Hiä, König von Peng-tsching 1 , sagte im Scherze zu Wangsü:
Du legst keinen Werth auf die grossen Reiche Tsi und
Lu, sondern liebst die kleinen Reiche Tschii und Khiü. — Sü
antwortete: Was an den Krümmungen der Bezirke Schönes ist,
ich kann nicht anders, als es lieben. — Hiä sagte wieder zu ihm :
Blicke auf mich zurück, ich werde für dich die Speisen von Tschü
und Khiü auftragen lassen. Es befindet sich darunter auch
der Rahmsclave. — Auf diese Weise nannte man das Getränk
des spätgepflückten Thees wieder den Rahmsclaven. Um die
Zeit bewunderte Lieu-kao, der die Geschäfte bereit haltende
Mittlere, die Sitten Sü’s und hatte sich ausschliesslich an das
Getränk des spätgepflückten Thees gewöhnt. Der König von
Peng-tsching sagte zu Kao: Du bewunderst nicht die acht
Kleinode der Könige und Lehensfürsten, du liebst die wässerigen
Holzknoten der Grünhäuptigen 2 . An den Ufern des
Meeres gibt es Männer, welche dem Gerüche nachjagen. In
dem Inneren der Gassen gibt es Weiber, welche lernen die
Brauen runzeln. Will man es von dir sagen, so ist es das
Nämliche. — In dem Hause des Königs von Peng-tsching
befanden sich Sclaven von U, und er hielt ihn mit diesen
Worten zum Besten. Wenn seitdem festliche Zusammenkünfte
der Vornehmen an dem Hofe stattfanden, mochte man immerhin
das Getränk des spätgepflückten Thees auftragen, man schämte
sich allgemein und genoss es nicht wieder. Allein selbst das
jenseits des Stromes übriggebliebene Volk, welches aus der
Ferne kam und sich ergab, liebte es. Als Siao-tsching-te sich
1 Hiä, König von Peng-tsching, stützte im dreiundzwanzigsten Jahre des
Zeitraumes Tai-ho (499 n. Chr.) die Lenkung der späteren Wei.
2 Die Grünhäuptigen sind Sclaven, deren Haupt mit einem grasgrünen
Tuche bedeckt ist.
Sitzb. d. phil.-liist. CI. LXVII. Bd. II. Hft. 28