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Zimmer man n.
soll, welche die Eigenschaften desselben synthetisch und a priori
bestimmt, so muss die Vorstellung desselben nicht nur Anschauung,
sondern letztere muss überdies a priori sein. Nun
ist Geometrie, das ist eine Wissenschaft, welche die Eigenschaften
des Raumes synthetisch und doch a priori bestimmt,
Thatsache. Folglich muss auch die Vorstellung des Raumes
als reine Anschauung Thatsache sein, liier ist der Obersatz
apriorisch, d. h. unabhängig von jeder Erfahrung einzusehen.
Da die Sätze der Geometrie nach Kant’s oben angeführter von
Hume abweichender Uoberzeugung, deren schweres Gewicht
nun fühlbar wird, synthetisch sind, so kann die Vermittlung
zwischen Subject und Prädicat nur mittels einer Anschauung,
da sie zugleich apriorisch sind, nur mittels einer reinen Anschauung
erfolgen. Es giebt sonach nur eine Alternative: entweder
es existirt keine Geometrie als Wissenschaft oder es
muss eine reine Anschauung des Raumes existiren. Diese Erkenntnis
war für Kant apodiktisch, d. h. mit dem Gefühl der
Nothwendigkeit verbunden. Ebenso apodiktisch aber stand ihm
fest, dass Geometrie als Wissenschaft wirklich existire. Die
Wirkung dieser zwei apodiktischen Vordersätze konnte sonach
keine andere sein, als die gleichfalls mit Apodikticität ausgesprochene
Conclusion: eine Vorstellung des Raumes kann nicht
anders denn reine Anschauung sein!
Dieser Beweis hatte für Kant, unter der Voraussetzung,
dass die mathematischen Sätze synthetisch seien, volle Beweiskraft
und darf sie haben; denn alle Bestandtheilc desselben
sind über jeden Zweifel hinaus. Derselbe ist aber noch sehr
verschieden von dem oben für dicr Nothwendigkeit apriorischer
Grundsätze der Erfahrung überhaupt geführten, den Fischer
mit dem Beweise der Kepler’schen Gesetze vergleicht. Hier
lautet der Obersatz: Wenn es eine gewisse Erfahrung geben
solle, so müsse es auch erste, nicht wieder empirische, o. d. i.
zufällige Grundsätze geben. Weder Hume noch sonst ein
Skeptiker würde dies Urtheil bestreiten. Der Untersatz aber
lautet, es gebe eine gewisse Erfahrung, und der Schlusssatz
zieht daraus die Folgerung, es gebe auch apriorische Grundsätze,
was beides der Skeptiker verneinen wird, Kant aber als
ausgemacht ansieht. Hume würde aus dem gleichfalls von ihm
anerkannten Obersatze die gerade entgegengesetzte Folgerung