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Phillips.
daher wohl ohne Zweifel diese Münzen einer Stadt in der
Provinz Gallia Narbonensis prima zuzuschreiben. Der bisweilen
auf diesen Münzen vorkommende Hippocampus lässt
jedenfalls auf eine Stadt schliessen, die unweit des Meeres
belegen war; häutiger findet sich das Bild des Stieres, bisweilen
ein Pferd mit einem Stierkopf, auf einigen zerbrochenen Exemplaren
ein Pferd b Da sich nun in der bezeichneten Gegend
gar keine Stadt mit einem ähnlichen Namen auffinden lässt,
so wird man auf den Gedanken geführt, dass eine narbonensische
Stadt zwei verschiedene Namen geführt habe, von
welchen der eine, Nedhn, im Laufe der Zeit gegen den andern
in den Hintergrund getreten ist. Für die doppelte Benennung
einzelner Städte, die auch wirklich Doppelstädte waren, finden
sich in Hispanien ebenfalls mancherlei Beispiele, insbesondere
in den griechischen Colonien, z. B. Emporium - und das noch
nicht genau bestimmte Callipolis 3 . Man darf weiter vermuthen,
dass diese Stadt eine der bedeutenderen gewesen sein muss,
weil auf den Münzlegenden mit dem Namen Nedlm mehrmals
andere Städtenamen verbunden sind, was auf einen lebhafteren
Handelsverkehr, in welchem dieselben sich befunden haben,
schliessen lässt. Diese Erscheinung kehrt auch auf anderen
Münzen wieder, so namentlich bei denen, welche mit der
Legende Reise versehen sind 1 .
Wenn man demnach von allen kleineren Städten in
Gallia Narbonensis prima zu abstrahiren hat und daran festhält,
dass Nedlm eine Seestadt oder wenigstens nicht fern von dem
Meere belegen gewesen sei, so würde sich in dieser Hinsicht
vor allen andern Narbo selbst bieten. Boudard spricht seine
Ueberzeugung dahin aus, dass Nedhn der iberische Name für
Narbo sei 5 , indem die dort ansässige iberische Gemeinde
1 Boudard a. a. O. p. 239.
2 'S. Strabo 1. c. Lib III. cap. 4. §. 8. p.' 132. — Liv. XXXIV. 42. Von
Emporiae wird in einer späteren Abhandlung ausführlich die Rede sein.
Vergl. die Abhandlung über die Einwanderung der Iberer. S. 32.
3 Avien. Or. mar. v. 514. Vergl. Müllenhoff, deutsche Alterthumskunde.
Bd. 1. S. 172. — S. auch die Abhandlung über das iber. Alphabet S. 34.
N. 21.
4 Leg. 259 u. ff. Auch diese werden gelegentlich besprochen werden.