B. Münzlegenden.
In seinem Werke Numismatique Iberienne weist Boudard
der Provinz Gallia Narbonensis prima mehrere Münzlegenden
zu, die wir, einstweilen abgesehen von den Varianten, mit den
Ziffern versehen, unter welchen sie in unserer Abhandlung
über das iberische Alphabet 1 verzeichnet sind, hier zusammenstellen:
Nedlm (Leg. 203), Poa'Yli (Leg. 237), Blitarra (Leg.
81), 'Ytim (Leg. 301), Libeko (Leg. 38), Ptop (Leg. 50) und
Nmu (Leg. 212). — Von zweien dieser Legenden, welche
nicht hieher gehören, möge zuerst die Rede sein.
1. Libeko.
Boudard tlieilt drei Münzen in Abbildungen mit, welche
er einem Stamme der Libyci zuschreiben zu dürfen glaubt 2 ,
der am Ausflusse der Rhone gewohnt habe, da Plinius zwei der
Mündungen dieses Flusses mit dem Ausdrucke ,ora Libyca'
bezeichnet 3 . In der vorhin angegebenen Abhandlung ist indessen
bereits darauf hingewiesen worden, dass die betreffenden
Legenden nicht den Namen Libeko sondern vielmehr Piruko
bieten und die Schriftzüge derselben für nordetruskische zu
halten seien 4 .
2. Ptop.
Eben so dürfte die Bestimmung, welche Boudard den
Münzen mit dieser Legende gegeben hat, unrichtig sein. Er
vindicirt sie einer nach dem Geographen von Ravenna 3 in der
Nähe von Toidon belegenen Stadt Patavium 6 . Auch für diese
Legende ist an dem oben angeführten Orte eine andere Erklärung
gegeben.
3. Nedlm. Nedlmcu.
a. Der Name Nedlm.
Die Zahl der Münzen, welche, mit der Legende Nedlm 7
versehen, bei Boudard abgebildet sind, beläuft sich auf drei-1
Vergl. S. 22 u. ff. der genannten Abhandlung.
2 Boudard, Numismatique Iberienne. p. 229. — PI. XXV. 8. 9. 10.
2 Plin. III. 4. §. 33.
4 Vergl. S. 20 Note 1 der genannten Abhandlung.
5 Anonym. Ravenn IV. 28. p. 784 (in der Ausgabe des Mela von Gronov.
1722).
0 Boudard a. a. 0. p. 268. —
i S. Note 4. Leg. 203—209.
PI. XXXVI. 9. 14.