388
Phillips.
2. Cerct,
deren Name ganz unverkennbar mit dem des auf der Südseite
des Gebirges ansässigen Stammes, der wegen Bereitung guter
Schinken bekannten Cerretani 1 im Zusammenhänge steht.
Wenn man aber an dem Meere nordwärts geht, so trifft
man auf
3. Illiberis,
eine einst blühende, aber frühzeitig verfallene Stadt an dem
Flusse gleichen Namens 2 ; Hannibal schlug hier, nachdem er
die Pyrenäen überschritten hatte, sein erstes Lager auf 3 . Sie
wurde nachmals von Constantin dem Grossen wieder hergestellt
und von ihm zu Ehren seiner Mutter Helena (jetzt Eine)
genannt 1 . Der Fluss kommt auch unter dem Namen Tichis 5
vor. Ueber den durchaus iberischen Charakter des Namens
Illiberis ist Nichts mehr zu bemerken, sondern nur auf die
oben gegebene Erörterung dieses Gegenstandes zu verweisen r> .
4. Riisciuo.
eine Stadt am gleichnamigen Flusse 7 in der Nähe von Perpignan;
ihr Name hat sich in dem heutigen Roussillon erhalten, wie
denn auch schon Roderich von Toledo mittheilt s , Navarra
1 Vergl. Strabo 1. c. III. cap. 4 §. 11. p. 134. Ptol. II. 5(6). p. 131; 17.
— Plin. 1. c. III. 1. §. 22. Ein Ceretanus bei Hübner 1. c. n. 986
Avien. 1. c. 550. — Vergl. Möllenhoff a. a. 0. S. 176.
2 Ptol. II. 9 (10). p. 140; 27. — Plin. 1. c. 100. §. 244. An einer andern
Stelle (III. 4. §. 32) nennt Plinius die Stadt Elisebera. — Mela II.
5. 70. (Eliberia).
3 Liv. XXI. 24. 25. — Tab. Peuting. Segm. 1. Vergl. Möllenhoff a.
a. 0. S. 184.
4 Eutrop. X. 9.
5 Mela II. 5. 68. — Plin. 1. c. III. 3. tj. 32. — Vergl. die angeführte
Abhandlung über die Einwanderung der Iberer. S. 29.
9 S. oben S. 21; Uebrigens hat auch Cato sowohl diesen Ort, als auch das
sogleich zu erwähnende Ruscino gekannt. Vgl. M. Catönis praeter librum
de re rustica quae exstant, ed. H. Jordan. Orationum reliq. n. 8. p. 34.
7 Diese Erscheinung wiederholt sich öfters, dass Stadt und Fluss denselben
Namen führen. So wird auch der Atat bei Narbonne Narbo genannt.
S. Polyb. III. 37. 30. — Vergl. Menard, Histoire de Nismes (1780).
Vol. I. not. III. p. 6. — Möllenhoff a. a. O. S. 186. Note.
8 Humboldt, Untersuchungen. S. 21. Note 19 entnimmt diese Notiz aus
Büsch in g’s Erdbeschreibung. Bd. 3. S. 334 mit dem Beifügen, dass es
ihm unbekannt sei, woher derselbe sie entnommen habe.