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Phillips.
— Die Anagnutes sind wolil die bei Stephan von Byzanz erwähnten
’Afp/ökss des ArtemidorBeide Stämme hat man
zwischen Loire und Garonne zu suchen.
Mit Hinweglassung der Aquitani beginnen wir also mit den
nach diesen von Plinius zunächst benannten Stämmen, wobei
aber diejenigen, welche Cäsar ebenfalls erwähnt, unberücksichtigt
bleiben.
1. Sediboviates.
Ukert und Forbiger 2 nennen diesen Stamm Sediboniates;
eine Lesart, welche sich durchaus nicht rechtfertigen zu lassen
scheint 3 . Eine Aehnlichkeit bietet sich in dem ersten Gliede
mit dem hispanischen Stammnamen Sedetani. Oder sind diese
Sediboviates, welche der zuerst genannte Geograph ,am nördlichen
Theile der Pyrenäen' suchen will, vielleicht die Sibusates
des Cäsar?
2. Convenae.
Unter diesem römischen Namen wird nach Plinius ,eine
vor Kurzem in eine Stadt zusammen gebrachte Gemeinde' verstanden.
Auch Strabo 1 gedenkt der Kovouevat als an den
Pyrenäen wohnend, nennt ihre Stadt AouySouvov und erwähnt die
bei ihnen ,befindlichen ’Ovrjauov Qspp.a,' als eine vortreffliche Quelle.
Die Stadt Lugdunum Convenarum, die im Jahre 605 von
König Guntram zerstört wurde, ist das nachmalige S. Bertrand
de Comminges. Ueber die Völkerschaft gibt der heilige Hieronymus
in seiner Schrift gegen den Vigilantius, der in jenem
Lugdunum geboren war, nähere Auskunft, indem er von seinem
Gegner sagt 5 : ,er entspricht seiner Abstammung, da er von
dem Stamme der Räuber und dem Samen der Convenae geboren
ist, die Cnejus Pompejus, nachdem er Hispanien besiegt und
zur Rückkehr zu seinem Triumphzuge beeilt war, am Abhange
1 Stephan Byzant. p. 10.
2 Ukert, Geographie der Griechen und Römer. S. 264. Forbiger, Handbuch
der alten Geographie. Bd. 3. S. 159, und in Pauli, Real-Encyklopiidie.
Bd. 6. Abth. 1. S. 91S.
3 In den Ausgaben von Jahn und von Detlefsen findet sich übereinstimmend:
Sediboviates und hier die Varianten: Sedibouiades, Sedhibouiades,
Sedhibouiates.
4 Strabo, Geographia. Lib. IV. cap. 2.
5 Hieronym. adv. Vigilant, cap. 4. (Migne, Patrol. Tom. XXIII. col. 342).