Iberischer Ursprung von Stammes- und Städtenamen im südl. Gallien.
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nennt, gallisch waren und ebenso die den ,Aquitani‘ vorausgehenden
Bituriges-Vivisci, Santoni und Pictones. Das Gleiche
möchte auch von den beiden Völkerschaften gelten, die ganz
an der Spitze stehen, nämlich von den weiter unten noch zu
berücksichtigenden Ambilatri und Anagnutes. Daher bleiben
nach Ausscheidung aller dieser fünfzehn gallischen Stämme in
dem Verzeichnisse des Plinius noch acht und zwanzig für
Aquitanien übrig oder, wenn man die von Plinius genannten
Aquitani nicht für einen besonderen Stamm gelten lassen will',
deren sieben und zwanzig.
Unter diesen sieben und zwanzig Stämmen des Plinius
befinden sich sieben, die auch Cäsar nennt, nämlich die Bigerri,
Tarbelli, Cocosates, Ausci, Elusates, Sottiates und Tarusates.
Zieht man diese Zahl von jenen ab, und rechnet dann wiederum
die fünf, welche Cäsar erwähnt, aber Plinius nicht, nämlich
die Vocates, Preciani, Garites, Garumni und Sibuzates hinzu,
so würde darnach die Zahl der eigentlich aquitanischen Stämme
sich auf fünf und zwanzig belaufen. Fast sollte man aber
glauben, dass die Präsumtion dafür spreche, dass Plinius jeden
Stamm, den Cäsar nennt, ebenfalls gekannt habe, und somit ist
man auf die Untersuchung hingewiesen, ob nicht der eine oder
andere der fünf von Cäsar genannten und von Plinius nicht genannten
Stämme, bei diesem doch unter einem andern Namen
versteckt sein möchte.
Bevor jedoch zur Erörterung dieses Gegenstandes übergegangen
wird, möge noch mit einigen Worten der beiden
von Plinius ganz zu Anfang seiner Aufzählung genannten
Stämme, der Ambilatri und Anagnutes gedacht werden. In
Ambilatri erscheint zunächst das erste Glied ,A:mbk, welches
öfters in keltischen Namen wiederkehrt 2 , als gallisch; es ist
die Partikel ambi, welche dem griechischen äpcpt, dem ahd.
umbi entspricht. Cäsar kennt die Ambibarii, Ambiliati und
Ambivareti; die hin und wieder angezogene Variante für den
letztem Namen: Ambilareti ist unerwiesen 3 , wohl aber Ambibareti
zulässig. Das plinianische Ambilatri nähert sich sehr
dem Ambilareti und hätte vielleicht auch Ambibareti zu lauten.
1 S. oben S. 6.
2 S. Glück, Die bei C. J. Cäsar verkommenden keltischen Namen. S. 19.
3 Glück a, a. O. S. 22.