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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 67. Band, (Jahrgang 1871)

Iberischer  Ursprung  von  Stammes-  und  Städtenamen  im  südl.  Gallien.

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gesucht  werden;  vielleicht  in  der  Wurzel  gar,  welche  das  Knisternde ­
  und  Rauschende  des  Feuers,  aber  auch  überhaupt  das
,sich  Hörenlassen'  bezeichnet'.  Darnach  wäre  Garumna  der
,stark  rauschende  Fluss'.  Auffallend  ist  aber  doch  das  vorhin
erwähnte  baskische  gar  für  Flamme  2 ,  die  nach  ihrem  Rauschen
und  Knistern  so  genannt  sein  könnte,  und  so  möchte  jenes
eine  Wurzel  sein,  deren  Gemeinsamkeit  sich  auch  über  die
arische  Sprachgrenze  hinaus  erstreckt.
11.  Sibuzates.
Ihr  Name  lebt  in  der  heutigen  Stadt  Sobusse  fort,
welche  am  Adour  zwischen  Bayonne  und  Dax  belegen  ist.
Es  möge  bemerkt  werden,  dass  dies  der  dritte  unter  den  von
Cäsar  angegebenen  Stämmen  ist,  dessen  Name  auf  -us  -ates  ausgeht, ­
  nämlich  ausser  ihnen  die  Tar-usates  und  die  El-usates.
Zur  Vergleichung  bietet  sich  der  Name  der  alten  Stadt  Sibaria
  im  Lande  der  Vettonen  unfern  von  Salamanca.
12.  Cocosates.
Diesen  gibt  Plinius  den  Beinamen  Sexignani,  was  auf
Standquartiere  von  sechs  Manipuli  deuten  würde 3 ;  ihnen  gehört
vermuthlich  die  im  Itinerarium  Antonins  erwähnte  Stadt  Coequosa
  an 4 .  Eine  Namensdeutung  ist  schwer  zu  finden;  einen
leisen  Anklang  böte  das  althispanische  Wort  cocolobis,  womit
eine  Rebengattung  bezeichnet  wird ä .  Noch  weniger  lässt  sich
vermuthen,  dass  die  Inschrift  off.  coc.  auf  einem  althispanischen
Töpfergeschirr 6 ,  einen  hielier  zu  ziehenden  Namen  enthalten
habe.  Wollte  man  blos  auf  die  Lautähnlichkeit  gehen,  so  Hesse
sich  im  Baskischen  allerdings  das  Wort  Jchocotsa,  welches  ,Knie'
und  khochoa  ,männlich'  nebst  osa,  welches  ,ganz'  heisst,  herbeiziehen. ­
  Mit  Letzterem  käme  man  auf  eine  ähnliche  Deutung,
wie  Grimm  sie  auch  wohl  dem  Namen  der  Alemannen  gegeben

1  Pott,  Etymologische  Forschungen.  Bel.  2.  Abth.  3,  S.  258.  —  Vergl.  Bopp,
Glossar,  comparativum  linguae  Sanscritae  p.  112.  gar.  3;  auch  gar.  1
läge  in  seiner  Bedeutung:  humeetare,  conspergere  nicht  weit  ab.
2  S.  oben  S.  20.
3  S.  oben  S.  13.
4  Itin.  Anton,  p.  350.
5  Vergl.  Dieffenbaeh,  Origines  Europaeae.  S.  300.
6  Hübn  e  r,£l.  c.  n.  4970,  134.
            
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