Iberischer Ursprung von Stammes- und Städtenamen im südl. Gallien.
369
gesucht werden; vielleicht in der Wurzel gar, welche das Knisternde
und Rauschende des Feuers, aber auch überhaupt das
,sich Hörenlassen' bezeichnet'. Darnach wäre Garumna der
,stark rauschende Fluss'. Auffallend ist aber doch das vorhin
erwähnte baskische gar für Flamme 2 , die nach ihrem Rauschen
und Knistern so genannt sein könnte, und so möchte jenes
eine Wurzel sein, deren Gemeinsamkeit sich auch über die
arische Sprachgrenze hinaus erstreckt.
11. Sibuzates.
Ihr Name lebt in der heutigen Stadt Sobusse fort,
welche am Adour zwischen Bayonne und Dax belegen ist.
Es möge bemerkt werden, dass dies der dritte unter den von
Cäsar angegebenen Stämmen ist, dessen Name auf -us -ates ausgeht,
nämlich ausser ihnen die Tar-usates und die El-usates.
Zur Vergleichung bietet sich der Name der alten Stadt Sibaria
im Lande der Vettonen unfern von Salamanca.
12. Cocosates.
Diesen gibt Plinius den Beinamen Sexignani, was auf
Standquartiere von sechs Manipuli deuten würde 3 ; ihnen gehört
vermuthlich die im Itinerarium Antonins erwähnte Stadt Coequosa
an 4 . Eine Namensdeutung ist schwer zu finden; einen
leisen Anklang böte das althispanische Wort cocolobis, womit
eine Rebengattung bezeichnet wird ä . Noch weniger lässt sich
vermuthen, dass die Inschrift off. coc. auf einem althispanischen
Töpfergeschirr 6 , einen hielier zu ziehenden Namen enthalten
habe. Wollte man blos auf die Lautähnlichkeit gehen, so Hesse
sich im Baskischen allerdings das Wort Jchocotsa, welches ,Knie'
und khochoa ,männlich' nebst osa, welches ,ganz' heisst, herbeiziehen.
Mit Letzterem käme man auf eine ähnliche Deutung,
wie Grimm sie auch wohl dem Namen der Alemannen gegeben
1 Pott, Etymologische Forschungen. Bel. 2. Abth. 3, S. 258. — Vergl. Bopp,
Glossar, comparativum linguae Sanscritae p. 112. gar. 3; auch gar. 1
läge in seiner Bedeutung: humeetare, conspergere nicht weit ab.
2 S. oben S. 20.
3 S. oben S. 13.
4 Itin. Anton, p. 350.
5 Vergl. Dieffenbaeh, Origines Europaeae. S. 300.
6 Hübn e r,£l. c. n. 4970, 134.