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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 67. Band, (Jahrgang 1871)

Iberischer  Ursprung  von  Stammes-  und  Städtenamen  im  südl.  Gallien.

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Benennungen  iria  und  uria 1  an  und  bezeichnet  die  Gemeinde,
villanaje,  mit  iripodia,  den  ciudadano  mit  iritarra  und  uritarra
und  civil  (que  toca  ä  la  ciudad)  mit  iricoa  und  uricoa.  Ganz
übereinstimmend  sind  die  Angaben  bei  Fabre,  so  dass  man  des
Verdachtes  überhoben  wird,  das  eine  oder  andere  Wort  verdanke ­
  nur  Larramendi’s  Logik  seinen  Ursprung.  Bei  dem  genannten ­
  französischen  Lexikographen  findet  sich  eite:  iria,  civil
(qui  regarde  les  eitoyens):  irikua,  errikua,  errikoa;  ville:  iria,
village  (assemblage  de  maisons  moins  considerable  qu’un  bourg):
irichka,  iriska;  villageois  (habitant  d’un  village):  irichkatarra,
iriskatarra;  villette  (tres  petite  ville):  iritchua;  bourg  (gros
village):  erria;  bourgade  (petite  bourg):  errichka,  dagegen
bourgeois:  boryesa.  Fügen  wir  noch  Lecluse  hinzu,  welcher
in  dem  baskisch  -  französischen  Theile  seines  Wörterbuches
herria  mit  paroisse  und  lierritarra  mit  citoyen,  hiria  aber  mit
ville,  eite  übersetzt,  in  dem  französisch-baskischen  Theile  aber
eite  und  ville  mit  demselben  Worte  hiria,  village  mit  hirisca,
herria  wiedergiebt.  Endlich  hat  Salaberri  hem  für  village  und
für  compatriote,  und  Jiiri:  ville.  Es  kann  demnach  über  die
Bedeutung  von  iria  oder  hiria  kein  Zweifel  obwalten  und  nur
die  Frage  entstehen,  ob  auch  liem  das  gleiche  Wort  mit  iria
sei.  Dies  ist  jedoch  nicht  der  Fall,  obschon  man  dadurch
zweifelhaft  werden  könnte,  dass  Duvoisin  in  seiner  Bibelübersetzung ­
  civitas  stets  durch  Am 2 ,  civis  aber  durch  lierritarra
wiedergibt.  Die  eigentliche  Bedeutung  von  herri  ist:  Land,
regio,  pays  und  darum  ist  lierritarra  nicht  ein  Städter,  sondern
soviel  als:  Landsmann,  indigena,  compatriote;  das  Wort  wird
daher  öfters  im  Gegensätze  zu  arrotza,  wodurch  im  Baskischen
peregrinus  wiedergegeben  wird,  gebraucht 2 .  Zugleich  entspricht
lierritarra,  erritarra  oder  erribatecoa  dem  franz.  paysan,  sp.
paisano,  erritardia  dem  sp.  paisanaje,  wie  denn  auch  Larramendi
  den  Namen  des  Tanzes  paisana  (taiiido)  durch  bas-em
dantza  wiedergibt,  indem  basa  soviel  als  ,wild'  bedeutet.

1  Ueber  Uria,  welches  Wort  im  französischen  Baskenlande  nicht  vorkommt,
s.  unten  S.  35.  Vergl.  Humboldt  a.  a.  O.  S.  25.
2  Z.  B.  Jenes.  XI.  4.  —  zatozte,  guretzat  egin  detzatut  hiri  bat  eta  dorre
bat:  venite  faciamus  nobis  civitatem  et  turrim.
3  Vergl.  Lebitikoa.  XXIV.  IR:  lierritarra  edo  arrotza.  Nombreak.  XV.
30.  herrikoa  edo  arrotza.

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