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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 67. Band, (Jahrgang 1871)

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Phillips.

andern  aquitanischon  Stamm  als  nur  von  ihnen  eine  eigenthümliclie
  Kleidung  erwähnt  wird.  Paulinus 1  nennt  sie  in
einem  in  vieler  Hinsicht  interessanten  Briefe  an  Ausonius  mit
einiger  Geringschätzung  die  ,pelliti  Bigerrh,  während  Sulpicius
Severus 2  und  Yenantius  Fortunatus 3  von  der  ,hispida  vestis
Bigerrica'  und  von  den  ,hirsuta  Bigerrica  palla'  sprechen.  Es
war  diese  Kleidung,  die  auch  schlechthin  Bigera  1  hiess,  ein
Rock  von  grobem  zottigen  Tuche,  ein  Loden  wie  man  in
Bayern  sagt,  zum  Schutze  gegen  Schnee  und  den  dort  herrschenden ­
  Wind,  der  schon  in  jenen  Zeiten  wegen  seines  Wirbelns
  berüchtigt  war  und  daher  ,Bigerricus  turbo'  genannt  wurde 5 .
Führte  nun  die  Kleidung  den  Namen  nach  dem  Volke  —  was
doch  wohl  das  Wahrscheinlichere  ist  —  oder  das  Volk  nach
der  Kleidung,  wie  ja  so  viele  andre  nach  den  Waffen  benannt
sind 0  ?  Doch  in  dieses  Labyrinth  wollen  wir  uns  nicht  verlieren ­
  und  nicht  die  vielen  Fragen  zusammenstellen,  zu  welchen
der  Artikel  Bigera  bei.  Du  Cange  anregen  könnte,  sondern
vielmehr  nur  noch  bemerken,  dass  diese  Kleidung  noch  jetzt
in  Bigorre  und  Bearn  gebräuchlich  ist,  nunmehr  aber  den
Namen  Marlota  7  führt.

1  Paulin.  Carin.  X.  246.
2  Sulpie.  Sever.  Dial.  II.  2.
3  Venant.  Fortun,  Vita  S.  Martin.  III.  49.
4  S.  Du  Cange,  Glossar,  med.  et  infim.  latinitatis.  v.  Bigera,  Bigerrica.  —■
Vergl.  auch  Forcellini,  Totius  Latinit.  Lexicon.  s.  v.  bigerra.
3  Sidon.  Apoll.  Lib.  VIII.  ep.  12.
0  Z.  B.  Cherusker,  Sachsen,  Franken,  Langobarden,  Angeln.
7  Auch  dieses  Wort  macht  Schwierigkeit  in  seiner  Deutung.  Vergl.  Du
Cange  1.  c.  v.  Marlota;  dass  es  nur  eine  andere  Form  von  Melota  sei
(s.  Du  Cange  1.  c.  Melota),'weil  es  in  seiner  struppigen  Beschaffenheit
dem  Tgel  gleichkomme,  ist  wohl  nicht  anzunehmen.  Diez,  Wörterbuch
der  romanischen  Sprachen  S.  682,  bringt  es  mit  maraud  in  Verbindung.
Das  Französische  hat  das  Wort  nicht  aufgenommen,  wohl  aber  das  Spanische, ­
  dessen  Lexicographen  dafür  halten,  es  schreibe  sich  diese  Kleidung ­
  von  den  Mauren  her.  So  sagt  Larramendi  s.  v.  Marlota:  cierta
vestidura  de  moros,  es  voz  baseongada,  contraccion  de.  mairulota,  que
significa  atado  6  apretado  de  moros;  de  mairua,  moro,  e  lotu  atar,
apretar;  y  esto  conviene  a  la  marlota.  Aehnlich  sagt  das  Diccionario  de
la  Academia  Espanola:  Marlota  vestidura  morisca  ä  modo  de  sago  vaquere.
Usase  todavia  en  algunos  festejos.
            
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