Iberischer Ursprung von Stammes- und Städtenamen im südl. Gallien.
357
Küsten bespülte 1 Tarbellicus aequor 2 und Tarbellus Oceanus 3
genannt wurde. Sie wohnten um den Fluss Atur, insbesondere
um seine Mündung herum; im Kücken wurde ihr Land von
den Pyrenäen begrenzt, weshalb auch ein Theil des Gebirgs
Tarbella Pyrene genannt wurde 4 . Die Tarbeller führten den
Beinamen Quatuorsignani 5 wohl deshalb, weil bei ihnen vier
römische Manipuli ihre Standquartiere hatten 6 ; von jener Bezeichnung
mag noch erwähnt werden, dass sie auch inschriftlich
vorkommt 7 .
Wenn Humboldt bemerkt 8 die Anfangssilbe Tar- oder
Ter- komme im ,Vaskischen‘ (Iberischen) selten vor, so lassen
sich den von ihm angeführten Beispielen: Tarraco, Tarraga,
Tartessus, Termantia und Termessus 9 , aus Aquitanien noch die
vorhin erwähnten Tarusates und die Tarbelli hinzufügen l0 . Das
zweite Glied dieser Bezeichnung findet sich als Name eines
hispanischen Volksstammes, nämlich der Belli 11 (BsXXot) wieder,
der sich vielleicht auch auf Münzen in der Form Boaili
erkennen lässt 12 ; daneben steht freilich auch der Name des
berühmten belgischen Volksstammes Bellovaci l3 . In baskischen
1 Vergl. Strabo, Geogr. IV. 2. 1. p. 158.
2 Lucan. I. 421: Qüi tenet et ripas Aturi, quo litore curvo
Molliter admissum claudit Tarbellicus aequor.
3 Auson. Parental. IV. 11. 12.
4 Tibull. I. 8. 9.
5 Plin. Hist. nat. IV. 19. 108.
6 Vergl. Pauli, Realencyklopädie. Art. Signa militaria. Bd. 6. Abth. 1.
S. 1179.
7 Ein Tarbelhis IIII signanus bei Hiibner 1. c. n. 3876. p. 552.
8 W. v. Humboldt, Prüfung der Untersuchungen über die Urbewohner
Hispaniens. S. 73.
0 Vergl. die Abhandlung über die Einwanderung der Iberer. S. 42. — Eine
Inschrift bei Hübner 1. c. n. 2472 erwähnt Lares Tarmucenbaci Ceceaeici.
10 Noch zur Zeit der Merowinger heisst ihr Land Pagus Tartassinus nach
der hier belegenen Stadt Tartas.
11 Sie werden von Polyb. XXXV. 2. und von Appian. Hisp. 44 erwähnt.
12 S. die Abhandlung über das iberische Alphabet. Leg. 85. 86. S. 23. 73.
13 Caes. d. bell. Gail. II. 4. — Glück a. a. 0. hat diesem Namen keinen
besondern Artikel gewidmet und erklärt gelegentlich (S. 152) das letzte
Glied — vaci nicht genügend deuten zu können.