356
Phillips.
den freilich nur von Livius erwähnten Suessetani 1 wiederfinden
dürfte, kann keinen Anspruch darauf machen, hieher gezogen
zu werden.
2. Vocates.
In der griechischen Paraphrase des Cäsar wird dieser
Name durch Bwzate«; wiedergegeben. Er nähert sich dadurch
den Basobocates des Plinius 2 .
3. Tarusates.
Auch diese sind Plinius bekannt. Sie hatten, wie Cäsar
berichtet, gemeinsam mit den Vocates ein Lager nach römischem
Muster aufgeworfen, welches sie hartnäckig gegen Crassus
vertheidigten 3 . Ihre Wohnsitze waren am Flusse Atur; ihre
Stadt erhielt von den Römern den Namen Vicus Julii, kommt
aber nachmals unter dem Namen AtUrurn vor. Es ist diess
das heutige Aire, welches auch dadurch bekannt ist, dass
König Alarich hier die Commission zusammentreten liess, welche
die Lex Romana Wisigothorum ausarbeitete 4 . Sidonius Apollinaris
erwähnt den hier wohnenden Stamm der Aturres s , der
darnach wohl entweder mit dem der Tarusaten identisch ist
oder einen Zweig derselben bildet; der Name wäre aber
auch in dem weiteren Sinne zu deuten, dass er alle am Adour
wohnenden Aquitanier bezeichnete. Es kann wohl nicht in
Zweifel gezogen werden, dass der Name der Tarusaten in dem
des Ländchens Tursan (pagus Tursanus, nachmals Vicomte
Tursan) fortlebt 6 .
4. Tarbelli.
Die Tarbeller waren einer der bedeutendsten Stämme
Aquitaniens, so dass selbst das atlantische Meer, wo es ihre
1 Liv. XV. 34; XXVIII. 24; XXXIV. 20; XXXIX. 42. Vergl. Ukert,
Geographie der Griechen lind Römer. Bd. 2. Abth. J. S. 318. — In seinem
Handbuch der alten Geographie erwähnt Forbiger die Suessetani nicht;
später in Pauli’s Realencyklopädie Bd. 6. Abth. 2. S. 1475 gedenkt er
ihrer doch.
2 S. unten C. 18.
3 Caes. d. bell. Gail. III. 23.
4 Vergl. Lex. Romana Wisigoth. Praef. (ed. Haenel) p. 3 u. 4.
5 Sidon Apollin. Ep. II. 1.
6 Vales. 1. c. p. 545. Vergl. Ukert, Geographie der Griechen und Römer.
Bd. 2. Abth. 2. S. 262.