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1P hillipß.
I. Iberische Namen in Aquitania tertia.
A. Im Allgemeinen.
Plinius, indem er die einzelnen Stämme des grossen augusteischen
Aquitaniens aufzälilt', nennt unter diesen auch einen,
die Aquitani, von welchen er sagt, sie hätten dem Lande den
Namen gegeben. Ob wirklich ein solcher besonderer Stamm
existirt habe, oder ob er nur einer Idee des Plinius seinen
Ursprung verdanke, lässt sich nicht ermitteln. Cäsar und Strabo
erwähnen seiner nicht und man erfährt auch sonst Nichts über
denselben. Was nun den Namen des Landes selbst anbetrifft,
so erklärt ihn Forbiger 2 , indem er die Meinung verwirft, dass
er von den vielen Mineralquellen Aquitaniens herzuleiten
sei, für eine Uebersetzung des keltischen Aremorica, was ,ora
maritima, Küstenland' bedeuten und der frühere Name dieser
aber auch andrer am Meere belegener Gegenden gewesen sein
soll 3 . Diese Erklärung hat jedoch wenig Wahrscheinlichkeit
für sich, denn da es sich bei dem Worte Aremorica nicht um
das Belegensein ,am Wasser', sondern speciell um die Lage
,am Meere' handelt, so wäre diese Uebersetzung doch wohl
sehr ungeeignet; warum sollte auch bei vorausgesetzter Gleichheit
der Begriffe diess Land Aquitania genannt worden sein,
während das benachbarte Aremorica hiess? Es dürfte daher
jene andre Erklärung 4 wegen der vielen Heilquellen, Aquae,
in diesen Gegenden noch eher Etwas für sich haben. Indessen
es möchte doch sehr zu bezweifeln sein, dass der Name überhaupt
aus dem Lateinischen stammt, denn schon ehe die Römer
das Land selbst kannten, gaben sie ihm bereits den Namen
Aquitania; man scheint daher die Erklärung desselben wo
anders suchen zu müssen. Wir sind nicht gewillt, den Namen
1 PI in. Hist. nat. Lib. IV. cap. 19. §. 108.
2 Bei Pauli, Realencyclopädie. Bd. 1. Abth. 2. 8. 139, Note 3. Vergl.
noch über Aremorici: Endlicher, Glossar bei Kuhn, Beiträge. Bd. 6.
S. 228.
3 Vergl. Glück, Dio bei C. J. Cäsar vorkommenden keltischen Namen.
S. 35. — Allerdings sagt auch Plin. IV. 17. §. 105: Aquitania, Aremorica
ante dicta.
1 Vergl. Oi'henart, Notitia utriusque Vasconiae. III. p. 469.