Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 67. Band, (Jahrgang 1871)

350

1P  hillipß.

I.  Iberische  Namen  in  Aquitania  tertia.
A.  Im  Allgemeinen.
Plinius,  indem  er  die  einzelnen  Stämme  des  grossen  augusteischen ­
  Aquitaniens  aufzälilt',  nennt  unter  diesen  auch  einen,
die  Aquitani,  von  welchen  er  sagt,  sie  hätten  dem  Lande  den
Namen  gegeben.  Ob  wirklich  ein  solcher  besonderer  Stamm
existirt  habe,  oder  ob  er  nur  einer  Idee  des  Plinius  seinen
Ursprung  verdanke,  lässt  sich  nicht  ermitteln.  Cäsar  und  Strabo
erwähnen  seiner  nicht  und  man  erfährt  auch  sonst  Nichts  über
denselben.  Was  nun  den  Namen  des  Landes  selbst  anbetrifft,
so  erklärt  ihn  Forbiger 2 ,  indem  er  die  Meinung  verwirft,  dass
er  von  den  vielen  Mineralquellen  Aquitaniens  herzuleiten
sei,  für  eine  Uebersetzung  des  keltischen  Aremorica,  was  ,ora
maritima,  Küstenland'  bedeuten  und  der  frühere  Name  dieser
aber  auch  andrer  am  Meere  belegener  Gegenden  gewesen  sein
soll 3 .  Diese  Erklärung  hat  jedoch  wenig  Wahrscheinlichkeit
für  sich,  denn  da  es  sich  bei  dem  Worte  Aremorica  nicht  um
das  Belegensein  ,am  Wasser',  sondern  speciell  um  die  Lage
,am  Meere'  handelt,  so  wäre  diese  Uebersetzung  doch  wohl
sehr  ungeeignet;  warum  sollte  auch  bei  vorausgesetzter  Gleichheit ­
  der  Begriffe  diess  Land  Aquitania  genannt  worden  sein,
während  das  benachbarte  Aremorica  hiess?  Es  dürfte  daher
jene  andre  Erklärung 4  wegen  der  vielen  Heilquellen,  Aquae,
in  diesen  Gegenden  noch  eher  Etwas  für  sich  haben.  Indessen
es  möchte  doch  sehr  zu  bezweifeln  sein,  dass  der  Name  überhaupt ­
  aus  dem  Lateinischen  stammt,  denn  schon  ehe  die  Römer
das  Land  selbst  kannten,  gaben  sie  ihm  bereits  den  Namen
Aquitania;  man  scheint  daher  die  Erklärung  desselben  wo
anders  suchen  zu  müssen.  Wir  sind  nicht  gewillt,  den  Namen

1  PI  in.  Hist.  nat.  Lib.  IV.  cap.  19.  §.  108.
2  Bei  Pauli,  Realencyclopädie.  Bd.  1.  Abth.  2.  8.  139,  Note  3.  Vergl.
noch  über  Aremorici:  Endlicher,  Glossar  bei  Kuhn,  Beiträge.  Bd.  6.
S.  228.
3  Vergl.  Glück,  Dio  bei  C.  J.  Cäsar  vorkommenden  keltischen  Namen.
S.  35.  —  Allerdings  sagt  auch  Plin.  IV.  17.  §.  105:  Aquitania,  Aremorica ­
  ante  dicta.
1  Vergl.  Oi'henart,  Notitia  utriusque  Vasconiae.  III.  p.  469.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.