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Z i m ra e r m a n n.
a priori in der menschlichen Erkenntniss eine selbst apriorische
(metaphysische) oder blos aposteriorische (empirische) gewesen
sei? War sie nämlich das erstere, so war das Dasein jenes
a priori in der Vernunft von Kant mit Allgemeinheit und Notliwendigkeit,
war sie dagegen nur das letztere, im besten Fall
mit hinreichender Wahrscheinlichkeit dargethan. Er selbst
giebt das Merkmal an, woran sich mit Sicherheit das reine (apriorische)
vom empirischen Erkenntniss unterscheiden lasse (II. S. 36).
,Erfahrung', sagt er, ,lehrt uns zwar, dass etwas so oder so beschaffen
sei, nicht aber, dass es nicht anders sein könne/ Ist nun
seine Entdeckung des a priori selbst apriorisch, d. h. ,in so strenger
Allgemeinheit gedacht, dass gar keine Ausnahme als möglich
vorstattet wird', so kann sie nicht aus der Erfahrung sein. Ist sie
dagegen aus der Erfahrung, so hat sie ,keine wahre und strenge,
sondern nur comparative Allgemeinheit (durch Inductioh)
so dass es eigentlich heissen muss: so viel wir bisher wahrgenommen
haben, findet sich von dieser Regel keine Ausnahme/
Die Frage stellt sich demnach so, ob der Urheber
der Kritik von seiner Entdeckung apriorischer Elemente im
Erkenntnissvermögen Ausnahmen verstatte oder das Gegentheil?
Wäre ersteres gemeint, so hiesse dies zugeben, dass das Erkenntnissvermögen
auch ohne apriorische Bostandtheile denkbar
sei, etwa wie Locke es dachte. Das letztere behaupten,
wie Kant ohne Zweifel tliat, aber erheischt sodann den Beweis,
dass obenerwähnte Entdeckung nicht ,aus der Erfahrung' sei.
Kant glaubt einen solchen gegeben zu haben, den auch
Fischer hervorhebt (V. S. 6), und auf den wir zu sprechen
kommen. Zunächst erhellt aus dem Vorstehenden, dass Kant
(und ebenso Fichte) allerdings guten Grund hatte, seine Kritik
(Fichte seine Wissenschaftslehre) nicht für Psychologie gelten
lassen zu wollen. ,Waren, sagt Kuno Fischer sehr richtig,
ihre Einsichten nur psychologisch und darum nur empirisch,
so waren in demselben Augenblick die Objecte dieser
Einsichten nicht mehr ursprünglich und damit hatte das Unternehmen
beider Philosophen seinen Sinn verloren/ Dieses Geständniss
ist so merkwürdig, dass wir Act davon nehmen
müssen. Durch dasselbe wird eingeräumt, dass die gesammte
Entwicklung der nachkritischen Philosophie, die mit der Wissenschaftslehre
beginnt und deren Spuren folgt, mit der ,Ursprüng-