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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 67. Band, (Jahrgang 1871)

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Ziinmor  m  a  n  n.

theile  ein,  z.  B.  gleich  die  Aufzählung -  der  apriorischen  Elemente ­
  selbst,  aber  auch  Anderweitiges,  was  vielmehr  mit  der
zweiten  als  mit  der  ersten  der  obigen  Fragen  zusammenhängt. ­

Diese  zweite  betrifft  die  Weise,  wie  Kant  selbst  zur  Entdeckung ­
  jenes  apriorischen  Zusatzes  zum  sinnlichen  Grundstoff
unserer  Erkenntniss,  dessen  ,Absonderung  und  Unterscheidung'
nach  seinem  eigenen  oben  angeführten  Ausdruck  ,lange  Uebung
und  Aufmerksamkeit'  erfordert,  gelangt  und  welche  Bürgschaft
die  A  r  t  dieser  Auffindung  darzubieten'  im  Stande  sei,  dass
jenes  apriorische  Element  unseres  Erkennefis  keine  Fiction,
sondern  Realität  sei?
Ihre  Bedeutung  hat  Kaufs  obengenannter  Geschichtschreiber, ­
  Kuno  Fischer,  charakterisirt  in  seiner  Rede  über  die  zwei
Kanfschen  Schulen  in  Jena  (vergl.  auch  Gesch.  d.  n.  Philos.
V.  S.  12,  und  J.  B.  Meyer:  Kaufs  Psychologie,  S.  1  u.  ff.).
Als  solche  bezeichnet  er  die  durch  Reinhold,  Fichte,  Schelling
und  Hegel  vertretene'  Identitätsphilosophie  einer-,  die  durch
,Fries  und  die  Seinen'  (Mirbt,  Apclt,  Schleiden)  eingeschlagene ­
  psychologisch-anthropologische  Richtung  andererseits.
,Dio  Frage,'  sagt  er  dort,  ,ob  die  Vernunftkritik  metaphysisch
oder  anthropologisch  sein  sollte,  ist  ein  echtes,  in  der  Entwickelungsgeschichte ­
  der  deutschen  Philosophie  seit  Kant  unvermeidliches ­
  Problem.'  Ueber  den  Sinn  dieses  Gegensatzes
spricht  er  sich  aus  im  V.  Band  seiner  Geschichte  der  neuern
Philosophie  (S.  13).  Hier  bezeichnet  er  die  Begründung  der
ursprünglichen  Gemüthskräfte,  deren  Inbegriff  die  ,reine  Vernunft' ­
  ausmacht,  in  der  Natur  der  menschlichen  Vernunft  als
die  Grundfrage,  welche  sich  unmittelbar  nach  dem  Abschluss
der  Kanfschen  Kritik  erhebt  und  die  Richtung  der  folgenden
Untersuchungen  bestimmt.  Sind  dieselben  Principien,  ursprüngliche ­
  Bedingungen,  so  fällt  die  Lösung  jener  Grundfrage
(und  damit  die  Fortbildung  der  Kritik)  in  die  Wissenschaft  der
Principien,  d.  i.  in  die  Metaphysik.  Fassen  wir  dagegen  die
menschliche  Seite  derselben  in’s  Auge,  so  dass  dieselben  die
,innere  Natur'  des  Menschen  ausmachen,  so  ist  die  Lösung  derselben ­
  nur  durch  die  Erfahrungswissenschaft,  durch  die  anthropologische ­
  möglich,  und  ist  es  die  empirische  Psychologie,
welche  allein  im  Stande  scheint,  die  Kritik  zu  begründen.  Im
            
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