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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 67. Band, (Jahrgang 1871)

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Ficker.

Ravenna  an,  sondern  auch  als  Verweser  des  Königreichs  (vgl.
Ital.  Forsch.  2,  381.  387).  Dieser  arbeitete  er  nun  auch  bald
insofern  in  die  Hände,  als  er  die  Gewalt  im  Königreiche  nicht
mehr  als  Verweser  für  den  jungen  König  beanspruchte,  sondern ­
  die  Rechte  dieses  überhaupt  in  Abrede  stellte,  womit
immerhin  vereinbar  bleibt,  dass  er  unter  günstigen  Verhältnissen ­
  sich  nicht  mit  der  Rolle  eines  Statthalters  Philipps  zu
begnügen  dachte,  sondern  die  sizilische  Königskrone  etwa  auch
für  sich  selbst  in  Aussicht  nahm.  War  das  Testament  so,  wie
es  vorliegt,  im  Sommer  1198  nicht  bereits  vorhanden,  so  wird
allerdings  zuzugeben  sein,  dass  dann  die  Annahme  einer  Fälschung ­
  durch  Markwald  sehr  unwahrscheinlich  ist.
Um  so  wahrscheinlicher  ist  mir  dagegen  die  Annahme,
dass  es  sich  um  eine  Fälschung  handelt,  welche  früheren
Zwecken  Markwalds  hatte  zur  Stütze  dienen  sollen;  es  scheinen ­
  sich  da  die  bestimmtesten  Haltpunkte  zu  linden.  Markwald ­
  verlässt  alsbald  nach  dem  Tode  des  Kaisers  das  Königreich, ­
  aber  wider  Willen,  von  der  Kaiserin  gezwungen;  hatte
er  darnach  zunächst  die  Absicht  in  Sizilien  zu  bleiben,  so
lässt  auch  das  wohl  darauf  schliessen,  dass  der  sterbende  Kaiser
ihm  eine  hervorragende  Stellung  im  Königreiche  zugedacht
hatte,  da  er  sonst  wohl  aus  eigenem  Antriebe  alsbald  seine
Besitzungen  aufgesucht  haben  würde,  um  sich  hier  zu  behaupten. ­
  Jetzt  geht  er  zuerst  in  seine  Grafschaft  Molise,  nach
deren  Sicherung  in  die  Mark  Ancona;  im  November  oder  Dezember ­
  1197,  jedenfalls  vor  dem  Tode  des  Pabstos  Coelestin,
wird  er  dort  eingetroffen  sein.
Die  Kirche  hatte  mit  der  Verwirklichung  ihrer  auf  ganz
Mittelitalien  gerichteten  Ansprüche  bereits  begonnen.  Nicht
das  Geringste  deutet  darauf  hin,  dass  Markwald  nun  sogleich
versucht  hätte,  auf  Grundlage  des  Testamentes  mit  der  Kirche
zu  einer  Einigung  zu  gelangen,  wie  das  doch  gewiss  der  Wille
des  Kaisers  gewesen  war,  als  dieser  ihn  mit  der  Ausführung
des  Testamentes  beauftragte.  Wäre  es  richtig,  wie  Winkelmann ­
  meint,  dass  der  Kaiser  mit  seltenem  Scharfblicke  in
seinem  Testamente  gerade  die  Massregeln  angeordnet  habe,
welche  allein  den  Frieden  mit  der  Kirche  und  damit  die  Zukunft ­
  seines  Sohnes  hätten  sichern  können,  so  könnte  es  scliei-
            
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