Ueber das Testament Kaiser Heinrichs VI.
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Demi der übrige Text, wie er vorliegt, scheint das nicht auszuschliessen.
Ich wies schon früher darauf hin, dass auch nach
dem Testamente die Stellung der Kaiserin nicht als die einer
Regentin für den minderjährigen König, sondern als die einer
wirklichen Königin aufzufassen ist. Es ist demnach an und
für sich die Annahme nicht unzulässig, dass der Frau und dem
Kinde noch ein Regent zur Seite gestellt wäre; und auch die
Bestimmung, dass bei früherem Tode der Kaiserin Friedrich
secundum ordinationem suam Zurückbleiben solle, scheint mir
das nicht gerade auszuscliliessen.
Halte ich es nun auch für wahrscheinlich, dass das Testament
wenigstens in dieser Richtung auch jetzt noch den
Ansprüchen Markwalds entsprach, so möchte ich darauf kein
Gewicht legen. Auch aus anderen Gründen gebe ich zu, dass
der Inhalt des Testamentes ein anderer sein müsste, damit wir
es für eine nach dem Sommer 1198 entstandene Fälschung
Markwalds halten dürften. Berief sich derselbe auch noch später
auf das Testament des Kaisers, so folgt daraus nicht gerade,
dass er das uns vorliegende produzirt haben würde, wenn
es damals wirklich zu einer Veröffentlichung durch ihn, wie
sie nie erfolgt ist, gekommen wäre. Markwald nahm damals
den Standpunkt des Testamentes überhaupt nicht mehr ein.
Schon 1198, Aug. 28 datirt Markwald nach der Regierung-Philipps.
Ich möchte darin nicht mit Winkelmann, S. 488,
Anm. 1, eine Rücksichtnahme auf eine an und für sich keineswegs
unwahrscheinliche letztwillige Verfügung des Kaisers
sehen, wonach Philipp zum Verweser des Kaiserreichs bestimmt
wurde. So lange Markwald den jungen Friedrich als Nachfolger
im Kaiserreiche betrachtete, durfte er auch nur dessen
Namen nennen. Ich sehe vielmehr in jener Datirung das erste
Zeugniss, dass Markwald sich den Planen der staufischen Partei
in Deutschland anschloss, welche, Friedrich fallen lassend, den
Philipp nicht allein zum Nachfolger im Kaiserreiche erwählte,
sondern für ihn auch alles beanspruchte, was sein Bruder beherrscht
hatte, also insbesondere auch Sizilien. Mit K. Philipp
und seiner Partei steht Markwald weiterhin in engster Verbindung.
Sie schreitet für ihn bei dem Pabste ein, sie erkennt
ihn nicht blos als Markgrafen von Ancona und Herzog von