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Goldzilier.
fener; die meisten Gattinen wird unter euch im Paradiese derjenige
besitzen, welcher auf Erden die meisten Gebete verrichtete;
noch andere meinen, er müsse dabei die Absicht
haben, Gott um Verzeihung für das unzulängliche Betreiben
der religiösen Pflichten und um Vergebung für die Sünden
zu bitten, denn die Handlungen werden nach den der Vollziehung
derselben zu Grunde liegenden Absichten beurtheilt;
andere meinen, er müsse sich dabei denken: nun will ich
eine That vollziehen, welche meine sämmtlichen Gliedmassen
beschäftigen wird, 1 damit mir Gott vergebe durch die Segnung
derselben; hierauf deutet auch der Ausspruch des Propheten:
Wenn dieser (Mensch) das Herz demüthig beugt, so
beugen sich auch sämmtliche Gliedmassen.' 2 Endlich wird
behauptet, man müsse beim Gebete die Absicht haben einen
Streit und Kampf zu führen, denn der Betende zieht gegen
den Satan zu Felde; desswegen wird auch die Gebetsnische
genannt, denn sie ist ein Ort des Kampfes;
diesbezüglich sagte Muliammed: ,So wie das Blut im
Menschen kreiset, so kreiset auch der Satan in ihm/ 3 Wir
sehen, wie hier das Wort mihräb eine etymologische Begründung
in ethischem Sinne findet; natürlich wurde nicht in Betracht
gezogen, dass die ursprüngliche Anwendung dieses Wortes
durchaus keine kirchliche war, dass es vielmehr von der Privatwohnung
des Arabers auf den moralischen Kriegsschauplatz
übertragen wurde, und dass selbst in einer Koranstelle,' 1
wo es vom Vater Johannis Baptistae heisst: ,und er ging
hinaus zu seinem Volke aus dem mihräb/ die Commentatoren
eine zweifache Erklärung zulassen, nämlich die Deutung des
Wortes als Gebetsort und die als gewöhnliches coenaculum. 5
1 Aehnlich wird im Talmud der Vers Ps. XXXV. v. 10 auf die Haltung des
Körpers beim Gebete bezogen.
2 Hiemit sind die sogenannten gemeint.
3 Vgl. das neuhebräische Sprichwort: Vflipbat J'3 la’iX D"JK bs und den
Ausspruch Muhammeds: ^ viLÜS iJjcU
4 Sure XIX v. 12.
5 Beidäwi z. St. Bd. I S. 577 Z. 25. Vgl. Commentar zuHariri 2. Ausg.
S. 78 Z. 9.