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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 67. Band, (Jahrgang 1871)

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Zimmermann.

Folgerungen  Hume’s  bezüglich  der  Metaphysik  keineswegs  zu
tlieilen  und  kann  doch  der  Meinung  sein,  dass  er  im  Recht  gewesen ­
  sei,  die  mathematischen  Urtheile  nicht  für  synthetisch  gelten
zu  lassen.  Die  Mathematik  ist  nach  Fischer  die  negative  Instanz, ­
  an  welcher  Kant  den  Skepticismus  scheitern  macht  (a.  a.
0.  S.  284).  Aber  der  Irlume’sche  Skepticismus  war  nach  Kant’s
eigenem  Grestiindniss  weit  entfernt,  die  Mathematik  in  Frage  zu
stellen.  Was  der  ,scharfsinnige  Mann 4  bestreitet,  ist  keineswegs,
dass  die  mathematischen  Urtheile,  so  lange  sie  lediglich  auf
dem  Satze  des  Widerspruchs  beruhen,  allgemein  und  nothwendig
  seien,  d.  i.  apriorisch  seien.  Was  er  gewiss  würde  bestritten
haben,  ist  nur  Kant’s  bis  dahin  unerhörte  Behauptung,  dass
die  mathematischen  Urtheile  synthetischer  Natur  seien.  Diese
Behauptung  macht  nur  dann  eine  Instanz  gegen  den  Skepticismus ­
  aus,  wenn  sie  selbst  über  allen  Zweifel  erhaben  ist;  im
Gregenfall  droht  sie  selbst  das,  was  die  Skepsis  bisher  verschont
hat,  die  Mathematik  in  den  Strudel  derselben  hineinzuziehen.
Die  Ansicht,  dass  alle  mathematischen  Urtheile  synthetisch
seien,  kann  man  Kant’s  mathematisches  Vorurtheil  nennen,
wie  Fries  bekanntlich  von  dessen  transcendentalem  gesprochen
hat.  (N.  Kr.  d.  r.  V.,  I.  S.  XXXV.)  Derselbe  hat  zwar  versucht,
dasselbe  zu  beweisen,  allein  es  lässt  sich  nicht  leugnen,  dass
diese  Beweise  ziemlich  schwach  ausgefallen  sind.  Dieselben  linden ­
  sich  fast  mit  denselben  Worten  in  der  Kritik  d.  r.  V.  II.  S.  46
u.  ff.  und  in  den  Proleg.  III.  S.  180  u.  ff.  An  beiden  Orten  sind
auch  dieselben  Beispiele  gebraucht,  die  dartlmn  sollen,  dass
im  mathematischen  Urtheil,  sowohl  im  arithmetischen  wie  im
geometrischen,  durch  das  Prädicat  zum  Subject  etwas  Neues
hinzukomme.  Denn  obgleich  man  anfänglich  denken  sollte,  dass  der
Satz  5+7  =  12  ein  blos  analytischer  Satz  sei,  der  aus  dem  Begriff
einer  Summe  von  Sieben  und  Fünf  nach  dem  Satze  des  Widerspruchs ­
  erfolge,  so  ,finde 4  man  doch,  wenn  man  es  näher
betrachtet,  dass  dadurch,  dass  ich  mir  jene  Vereinigung  denke,
der  Begriff  von  Zwölf  keineswegs  schon  gedacht  ist  und  ,ich  mag
meinen  Begriff  von  einer  solchen  möglichen  Summe  noch  so  lange
zergliedern,  so  werde  ich  doch  darin  die  Zwölf  nicht  antreffen 4 .
Dieses  ,finde 4  und  ,ich  mag  meinen  Begriff  von  der  Summe
noch  so  lange  zergliedern 4  ist  der  ganze  Beweis,  der  sonach
bestenfalls  in  einer  Beobachtung  besteht,  welche  Kant  an  sich
            
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