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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 67. Band, (Jahrgang 1871)

Beiträge  zur  Geschichte  der  Sprachgelehrsamlceit  hei  den  Arabern.

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jlch  werde'  —  führt  er  fort  —  ,dieses  Verfahren  einhalten,
weil  mein.  Buch  auch  von  Leuten  gelesen  werden  dürfte,
die  sich  Rechtsgelehrte  nennen,  deren  manche  die  Gesetze ­
  des  Tasrif  nicht  inne  haben,  und  so  das  betreffende
Wort  an  einer  Stelle  suchen  könnten,  an  der  sie  es  nicht
finden  würden,  in  der  irrigen  Voraussetzung,  dass
alle  Bestandteile  desselben  wurzelhaft  seien.' 1  —  Hier
wird  auf  die  mufakkihün  ganz  deutlich  als  auf  schwache  Grammatiker ­
  Bezug  genommen,  und  wir  können  aus  der  eben  angeführten ­
  Stelle,  wenigstens  für  das  siebente  Jahrhundert  nach  der
Flucht,  in  welchem  Nawawi  lebte,  schliessen,  dass  die  Sprachgelehrsamkeit,
  insoweit  sie  die  grammatische  Formenlehre  angeht,
von  den  rechtskundigen  Theologen  vernachlässigt  wurde.
Diese  Erscheinung  dürfte  um  so  auffallender  sein,  da
doch  die  mohammedanische  Rechtswissenschaft  in  unzertrennlichem ­
  Zusammenhänge  mit  der  Koraninterpretation  steht,  in
welcher  die  grammatisch-lexicalische  Auslegung  eine  der  wichtigsten ­
  Rollen  spielt, 2  und  die  Beschäftigung  mit  der  Grammatik ­
  als  eine  von  der  Religion  gebotene  unerlässliche  Pflicht
betrachtet  wird. 3
Die  berühmtesten  Grammatiker  haben  sich  allerdings  recht
viel  mit  der  Rechts-  und  Religionswissenschaft  abgegeben,  und
nicht  selten  bedeutende  schriftstellerische  Leistungen  auf  diesen
Gebieten  geliefert;  wir  sehen  z.  B.  Zamachsari  als  Verfasser
eines  juridischen  Compendiums,  Ibn-ul-Hägib  in  beiden
Fächern  —  der  Grammatik  und  dem  Fikh  —  schriftstellerische ­
  Thätigkeit  entfalten  (vgl.  Nachträge);  Abu-l-bakä  ul
Ökbari,  der  berühmte  Commentator  des  Mufassal,  des  Harm  und
des  Mutanabbi  wird  auch  als  hanbalitischer  Fakih  erwähnt,  den
basrensischen  Grammatiker  Nadr  b.  Surneil  und  unzählige  andere ­
  —  erwähnen  wir  nur  den  sich  mit  Vorliebe  und  Selbstgefühl
den  ,König  der  Grammatiker'  nennenden  Abu  Nazar 1 —sehen
wir  zu  den  Füssen  berühmter  Rechtslehrer  ihrer  Zeit  sitzen,
1  Biograpliieal  dictionary  ed.  Wüstenfeld  S.  6.  (S.  unten  in  den  Nachträgen.)
2  Freilich  erst  in  der  dritten  Classe  der  Interpreten.  S.  Sujüthi  de  inter-•pretibus
  Korani,  ed.  Meursinge  S.  2  des  Textes  Z.  6.  u.
3  Flügel,  Grammatische  Schulen  S.  23.
4  Ihn  Challikän  VIII  80,  IV  131,  46,  IX  75,  II  98.  In  der  weiter  unten
zu  besprechenden  Ilschr.  Eef.  cod.  309  wird  Bl.  24  recto  ein  kurzes  sati-14*

            
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