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Goldziiief.
Betracht zieht, welchen Rang die Kenntniss der Grammatik im
Islam einnahm, wie sie bei Königen und Fürsten hoch in Ehren
stand, so dass es zu deren gröbsten Missethaten gehörte: Sprachschnitzer
zu begehen. 1 Einem Ketzer so argen Mangel unterzuschieben,
konnte daher für einen fanatischen Kritiker nicht so
gleichgültig sein, seine Kritik auf den glaubenstreuen Leser
einen nicht so unbedeutenden Eindruck üben, als dies bei dem
europäischen Nichtmuslim der Fall ist. — Die eben berührte
Art von Kritik liess ihre Spuren bis in die neueste Zeit zurück.
Der berühmte Sektirer Bäb musste mit den ihm feindlich gegenüberstehenden
Theologen ein Colloquium bestehen. Mollah
Muhammed richtete an ihn die Frage: ,Wodurch kannst du
uns von der Wahrheit deiner Lehren überzeugen?' ,Durch
meinen Koran/ erwiderte Bäb, und las auf Verlangen der
Anwesenden einige Bruchstücke der Gottesbotschaft, welche eisernen
Gläubigen zu bringen vorgab und welche nach dem
Muster des muhammedanischen Koran’s abgefasst waren, jedoch
von Sprachfehlern gestrotzt haben sollen, und deshalb seine
Feinde zum Lachen und Spotten brachten. Der Fürst richtete
an Bäb einige grammatische Fragen, auf welche dieser natürlich
nicht erwidern konnte. 2
Wenn wir nun Grund genug haben anzunehmen, dass an
den oben angeführten ungünstigen Urtheilen der religiöse Fanatismus
kein geringes Theil hatte: so haben wir keine Ursache,
dies von einem Berichte zu vermuthen, den uns der biographische
Schriftsteller Nawawi über die grammatischen
Kenntnisse der Reclitsgelehrten seiner Zeit bietet. Der eben
genannte Gelehrte legt in der Einleitung zu seinem Werke
die Methode dar, welche er in der alphabetischen
Anordnung des sprachwissenschaftlichen Theiles seines
Werkes beobachtete; er werde — sagt er — nur die wurzelhaften
Bestandtheile des Wortes in Betracht ziehen, die zawäid
jedoch ausser Acht lassen; zuweilen aber werde er sich
veranlasst sehen, die nichtradicalen Bestandtheile der Wörter
bei der alphabetischen Anordnung gleichfalls zu berücksichtigen.
1 Faclir nr-Räzi in Freytags Chrestomathia arabica S. 87 ult.
2 Kasem-beg Bab et les Babis in Journal asiat. 1806, I. S. 362. Kasembeg
selbst bezweifelt die Unparteilichkeit und Zuverlässigkeit seiner Quelle.