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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 67. Band, (Jahrgang 1871)

Beiträge  zur  Geschichte  der  Sprachgelehrsamheit  bei  den  Arabern.

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Grammatik  in  den  Augen  des  Arabers,  dass  er  seinen  verhassten
Principienfeind  in  den  Augen  der  Nachwelt  herabzusetzen
wähnt,  wenn  er  jene  Ausstellungen  an  ihm  machte.  Die  Kritik
Hess  sich  hier  geradezu  auf  einem  sonst  ganz  indifferenten  Gebiete ­
  vom  religiösen  Fanatismus  beeinflussen.  Opfer  dieser  absonderlichen ­
  Sorte  von  Kritik  wird  z.  B.  der  Dichter  Bassär
b.  Burd;  er  war  so  unglücklich,  seine  Hinneigung  zum  Magismus
  in  vielen  Gedichten  laut  werden  zu  lassen,  dem  Teufel
mehr  Achtung  zu  zollen,  als  dies  von  wegen  des  muhammedanischen
  Katechismus  gestattet  wäre 1 :  und  —  die  Kritik  der
Grammatiker  setzte  den  Werth  seiner  Gedichte  von  ihrem
wissenschaftlichen  Gesichtspunkt  aus,  auf  eine  niedrige  Stufe. 2
—  Von  dem  vielseitigen  Grammatiker  Abü  Ubeida  Muliammed
  b.  Hamza,  von  dem  uns  berichtet  wird,  dass  er  ein  nicht
ganz  rechtgläubiger  Muslim  gewesen  sei,  sich  vielmehr  zu  den
Chawärig  neigte,  wird  gleichzeitig  mitgetlieilt,  dass  er  in  der
Koranlectüre  und  im  Citircn  alter  Gedichte,  der  Syntax  manches ­
  Schnippchen  schlug. 3  Sein  Ruf  als  Ketzer  wird  wol  viel  zu
diesem  nicht  ganz  objectiven  Urtheil  beigetragen  haben,  da  es
sonst  kaum  recht  denkbar  wäre,  wie  sich  diese  Nachrichten  mit
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Abü  Ubeida’s  Rufe  als  Grammatiker  vereinigen  Hessen. 4  Die
orthodox  muhammedanische  Kritik  lässt  selbst  einen  Sprachgelehrten
  wie  Ibnus-Sikkit  nicht  ganz  makelfrei  passiren;  das  Urtheil
Ihn  Ghallikän’s' 1  über  ihn  gibt  uns  ein  deutliches  Zeugniss
dafür,  wie  sich  die  Kritik  von  der  Anschauung  über  die  religiöse ­
  Gesinnung  des  Beurtheilten  beeinflussen  Hess.
Diese  Art  von  Parteilichkeit  lässt  sich,  so  sonderbar  sie
auch  nüchternen  Menschen  vorkomme,  begreifen,  wenn  man  in

1  Mubarrad’s  Kämil  ed.  Wriglit  S.  54(5  Z.  2  ff.
2  Ibn  Cliall.  das.  II  p.  6  ff.  Nr.  112.
3  S.  Die  Quellen  bei  Flügel  Die  grammatischen  Schulen  der  Araber  S.  G8.
4  Freilich  stossen  wir  auch  an  einer  anderen  Stolle  auf  ähnliche  Schwierigkeit. ­
  Abü  Hatim  SigistänT  wird  von  I.  Ch.  III.  100  Nr.  271  als  berühmter ­
  i  I  und  -2  bezeichnet,  welcher  eine  grosse  Menge  grammatisch-syntaktischer ­
  Werke  verfasste;  dennoch  wird  über  ihn  mitgetlieilt,
dass  er  in  der  Grammatik  nicht  ganz  fest  war,  und  der  Zusammenkunft
mit  einem  Grammatiker  aus  Furcht  vor  wissenschaftlichen  Gesprächen
auswich.
6  IX  49,  10  Nr.  837.
Sitzli.  d.  phil.-liist.  CI.  LXVII.  Bd.  I.  Hft.

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