Beiträge zur Geschichte der Sprachgelehrsamheit bei den Arabern.
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Grammatik in den Augen des Arabers, dass er seinen verhassten
Principienfeind in den Augen der Nachwelt herabzusetzen
wähnt, wenn er jene Ausstellungen an ihm machte. Die Kritik
Hess sich hier geradezu auf einem sonst ganz indifferenten Gebiete
vom religiösen Fanatismus beeinflussen. Opfer dieser absonderlichen
Sorte von Kritik wird z. B. der Dichter Bassär
b. Burd; er war so unglücklich, seine Hinneigung zum Magismus
in vielen Gedichten laut werden zu lassen, dem Teufel
mehr Achtung zu zollen, als dies von wegen des muhammedanischen
Katechismus gestattet wäre 1 : und — die Kritik der
Grammatiker setzte den Werth seiner Gedichte von ihrem
wissenschaftlichen Gesichtspunkt aus, auf eine niedrige Stufe. 2
— Von dem vielseitigen Grammatiker Abü Ubeida Muliammed
b. Hamza, von dem uns berichtet wird, dass er ein nicht
ganz rechtgläubiger Muslim gewesen sei, sich vielmehr zu den
Chawärig neigte, wird gleichzeitig mitgetlieilt, dass er in der
Koranlectüre und im Citircn alter Gedichte, der Syntax manches
Schnippchen schlug. 3 Sein Ruf als Ketzer wird wol viel zu
diesem nicht ganz objectiven Urtheil beigetragen haben, da es
sonst kaum recht denkbar wäre, wie sich diese Nachrichten mit
C
Abü Ubeida’s Rufe als Grammatiker vereinigen Hessen. 4 Die
orthodox muhammedanische Kritik lässt selbst einen Sprachgelehrten
wie Ibnus-Sikkit nicht ganz makelfrei passiren; das Urtheil
Ihn Ghallikän’s' 1 über ihn gibt uns ein deutliches Zeugniss
dafür, wie sich die Kritik von der Anschauung über die religiöse
Gesinnung des Beurtheilten beeinflussen Hess.
Diese Art von Parteilichkeit lässt sich, so sonderbar sie
auch nüchternen Menschen vorkomme, begreifen, wenn man in
1 Mubarrad’s Kämil ed. Wriglit S. 54(5 Z. 2 ff.
2 Ibn Cliall. das. II p. 6 ff. Nr. 112.
3 S. Die Quellen bei Flügel Die grammatischen Schulen der Araber S. G8.
4 Freilich stossen wir auch an einer anderen Stolle auf ähnliche Schwierigkeit.
Abü Hatim SigistänT wird von I. Ch. III. 100 Nr. 271 als berühmter
i I und -2 bezeichnet, welcher eine grosse Menge grammatisch-syntaktischer
Werke verfasste; dennoch wird über ihn mitgetlieilt,
dass er in der Grammatik nicht ganz fest war, und der Zusammenkunft
mit einem Grammatiker aus Furcht vor wissenschaftlichen Gesprächen
auswich.
6 IX 49, 10 Nr. 837.
Sitzli. d. phil.-liist. CI. LXVII. Bd. I. Hft.
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