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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 67. Band, (Jahrgang 1871)

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J1  aller

wiederfindet,  stellt;  das  a  der  arabischen  Form  af'ala,  eine  dem
Sprachphysiologen  hier  unbegreifliche  Schwächung  Von  i,  i  dar?
Wie  verhalten  sich  die  beiden  Formen  hebr.  tikhtobh  und
arab.  taktubu  zu  einander?  Soll  das  Arabische  gegen  alle  sprachwissenschaftlichen ­
  Erfahrungen  i  in  a  und  6  in  u  verwandeln?
Hat  die  hebräische  Form  attem  gegenüber  der  ursprünglichen
arabischen  Form  antumü  die  semitische  Urform  am  reinsten  bewahrt?
  Ist  dabei  ein  Uebergang  des  e  in  u  zu  statuiren?  Woher
kam  aber  das  schliessende  ü  der  arabischen  Form?  Wurde  cs
erst  später  hinzugefügt?  Solche  und  ähnliche  Fragen  lautlicher ­
  und  formaler  Natur  müssen  nach  unserem  Dafürhalten
genau  beantwortet  werden,  ehe  man  so  apodiktisch,  als  es
manche  Gelehrte  zu  thun  pflegen,  über  die  Ursprünglichkeit  des
Hebräischen  gegenüber  dem  Arabischen  sich  aussprechen  darf.
Eine  andere  Richtung  dei’  Entwicklung  als  die  indogermanischen ­
  und  semitischen  Sprachen  stellen  die  malayo-polynesischen
  Idiome  dar.  Ich  bemerke  ausdrücklich:  die  malayopolynesischen
  Idiome  als  Ganzes,  nicht  aber  die  malayischen
  und  die  polynesischen  Sprachen  jede  an  und  für  sich  betrachtet. ­
  Die  Entwicklungsrichtung,  welche  sie  darstellen,  ist
nicht  die  absteigende,  sondern  die  aufsteigende. 1
Gleich  den  indogermanischen  oder  den  semitischen  Sprachen
gehen  auch  die  malayo-polynesischen  Idiome  aut  eine  Ursprache
zurück,  die  in  ihnen  aufgegangen  ist.  Während  aber  sowohl  die
indogermanische  als  auch  die  semitische  Ursprache  in  ihrer  Ausbildung ­
  vollendet  waren,  als  sich  einerseits  die  indogermanischen
andererseits  die  semitischen  Sprachen  aus  ihnen  entwickelten,  war
dies  mit  der  malayo-polynesischcn  Ursprache  nicht  der  Fall.
Dieselbe  befand  sich  damals  in  einem  flüssigen  Zustande,  etwa  in
jenem,  in  welchem  die  polynesischen  Sprachen  heutzutage  sich
befinden.  Während  nun  diese  Sprachen  in  dem  oben  bezeichneten
  morphologischen  Zustande  verharrten,  haben  mittlerweile
die  malayischen  Sprachen  sich  weiter  entwickelt  und  zwar  bis
zu  jener  Stufe,  auf  welcher  die  Tagala-Idiome  heutzutage  stehen.
Diesen  soeben  kurz  angedeuteten  Entwicklungsgang  für
die  malayo-polynesischen  Sprachen  anzunehmen,  dazu  werden

1  Vgl.  meine  Darstellung  dieser  Sprachen  in  Reise  der  Fregatte  Novara.
Linguistischer  Theil.  Seite  260.

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