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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 67. Band, (Jahrgang 1871)

Abhandlungen  aus  dem  Gebiete  der  alten  Geschichte.

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in  der  Vertheidigung  der  Stadt  gegen  Moliamed  II.  den  Heldentod ­
  starb.
Seit  268  Jahren  war  unter  drei  Dynastien,  der  der  Angelos,
der  lateinischen,  der  der  Paläologen  mit  einer  Consequenz,  die
einer  besseren  Sache  würdig  war,  an  dem  Untergange  des
Reiches  gearbeitet  worden,  bis  das  Resultat  in  der  Aufrichtung
der  OsmanenheiTschaft  vor  aller  Augen  und  als  Zuchtruthe  für
ganz  Europa  da  lag.  Neunzehn  Jahre  hatten  der  ersten  Fremdherrschaft ­
  den  Boden  geebnet,  1185—1204;  57  Jahre,  welche
darauf  folgten,  die  Zerstückelung  des  Reiches  nicht  blos
zwischen  Lateinern  und  Griechen,  sondern  auch  zwischen
Slaven,  Franzosen,  Türken  herbeigeführt,  so  dass  das  Reich
förmlich  die  Beute  der  verschiedensten  Nationen  wurde  und
eine  völlige  Einheit  nur  mehr  durch  die  Osmanen,  aber  nicht
mehr  durch  die  Griechen  selbst  hergestellt  werden  konnte.
Dann  endlich  nach  dem  Sturze  der  lateinischen  Herrschaft,
erst  in  Salonichi,  dann  in  Constantinopel,  trat  wohl  eine
Restauration  ein,  allein  diese  vermochte  nicht  einmal  die  griechischen ­
  Bestandtheile  des  Reiches  zu  vereinigen,  da  das
komnenische  Kaiserthum  in  Trapezunt  davon  unberührt  blieb,
und  als  die  griechische  Herrschaft  von  Arta  wiedergewonnen
wurde,  dafür  die  von  Nicäa  an  die  Osmanen  verloren  ging,
geschweige  dass  Bulgarien,  Serbien  und  die  catalanisehen,
französischen,  venetianischen  Herrschaften  auf  griechischem
Boden  wiedergewonnen  worden  wären.  In  dem  vereinigten
griechischen  Theile,  dem  Kaiserreiche,  herrschte  aber  nun  vollends ­
  alles  eher,  als  eine  wirkliche  Einheit.
Wohin  man  aber  auch  blickte,  nirgends  war  ein  Grund
ferneren  Bestandes  vorhanden.  Das  Kaiserthum  war  nicht
lange  vorher  vierfach  gespalten  gewesen,  sah  ein  dreifaches
bulgarisches  Kaiserthum  und  dazu  noch  ein  sei’bisches  neben
sich.  Die  kirchliche  Frage  war  nicht  nur  nicht  gelöst,  sondern
entbrannte  stärker  als  je.  Den  Zustand  des  byzantinischen
Clerus  zu  schildern,  genügt  die  Thatsache,  dass  bei  der  vorletzten ­
  Belagerung  von  Constantinopel  300  Mönche  zu  den
Osmanen  übergingen  und  nun  für  diese  ein  Castell  eroberten,
das  zur  Deckung  der  Hauptstadt  errichtet  worden  war.  1  Das
1  Türkischer  Bericht  bei  Krause,  die  Eroberungen  von  Constantinopel.
Halle  1570,  S.  215.
            
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