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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 67. Band, (Jahrgang 1871)

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Hofier.

noch  drei  Stadtkaiser,  Manuel  II.,  1391—1421,  und  dessen  Söhne
Johann,  1420—1448,  und  Constantin  XI.,  1448  bis  29.  Mai  1453.
Die  ganze  Schale  des  Uebels  war  aber  über  die  Regierung
des  Andronikos  III.  durch  die  Umtriebe  des  Kantakuzenos  ausgegossen ­
  worden,  welcher,  nicht  zufrieden  mit  seinem  Kaiserthum, ­
  an  der  Entthronung  der  Paläologen  arbeitete,  endlicli
aber  selbst  1354  zur  Abdankung  genötliigt  wurde.  Das  Jahr
darauf  setzte  ein  Erdbeben,  welches  die  Mauern  thracischer
Städte  umwarf,  Suleiman  in  die  Möglichkeit,  sich  G-allipolis’  zu
bemächtigen.  Als  nun  der  Pall  von  Adrianopel  1362,  Philippopolis
  1363,  Serrä  und  anderer  Städte  erfolgte,  blieb  dem
Andronikos  nichts  übrig,  als  das  Abendland  um  Hülfe  anzurufen, ­
  und  als  sie  nicht  erfolgte,  er  selbst  in  Venedig  Schulden
halber  festgehalten  worden  war,  Vasall  des  Sultans  Murad  I.
zu  werden.  Da  ihn  sein  eigener  Sohn  Andronikos  IV.  eingesperrt ­
  hatte,  erkannte  er  zuerst  ihn  als  Kaiser  an  und  ebenso
sah  er  sich  veranlasst,  seinen  Enkel  Johann  VI.  als  Kaiser  von
Selymbria  anzuerkennen.  Acht  Jahre,  ehe  die  Schlacht  von
Kossowa  das  Schicksal  Serbiens  entschied  (1389),  wurde  Andronikos ­
  III.  tributpflichtiger  Vasall  des  Osmanensultans,  1381.
Der  zweite  Sohn  des  Andronikos,  Manuel,  welcher  1384  gleichfalls ­
  Kaiser  wurde,  musste  dem  Sultan  Bajasid  persönlich  bei
der  Einnahme  von  Philadelphia  Hülfe  leisten.  Letzterer  erkannte ­
  nach  dem  Tode  seines  Vaters  den  Johann  von  Selymbria
als  Mitregenten  an,  1399,  und  eilte  selbst  zur  Rettung  von
Constantinopel  nach  dem  Abendlande;  damals  retteten  die
Mongolen  das  Reich.  Nachdem  aber  schon  Bajasid  nach  der
Schlacht  bei  Nikopolis  zur  Belagerung  von  Constantinopel  geschritten ­
  war,  erfolgte  kaum  die  Wiederherstellung  der  von
Tirnur  bei  Ankyra  fast  vernichteten  Macht  der  Osmanen,  und
schon  belagerte  Murad  II.  Constantinopel  auf’s  Neue,  1422.
Ein  Bürgerkrieg  unter  den  Osmanen  hielt  damals  den  Fall  der
Stadt  noch  auf,  als  das  Mittel,  welches  Johann  VI.  ergriff,  das
Reich  zu  retten,  die  Einigung  zu  Florenz,  erst  noch  die  grösste
Verwirrung  unter  die  Griechen  warf.  Niemand  konnte  der
Verwirrung  steuern,  als  die  Bevölkerung,  in  Hass  gegen  einander ­
  gekehrt,  nach  dem  Tode  Johanns  VI.,  1448,  selbst  nicht
mehr  die  Vertheidigung  der  Stadt  übernahm.  Der  letzte  Paläologe
  sühnte  die  Schuld  seiner  Ahnen,  als  er  am  29.  Mai  1453
            
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