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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 67. Band, (Jahrgang 1871)

Abhandlungen  aus  dem  Gebiete  der  alten  Geschichte.

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Venctianern  und  Genuesen  im  Bosporus  bewirkte  bereits
Idungersnoth  in  Constantinopel,  1323.  Ein  Einfall  der  Mongolen
in  Thracien  machte  das  Land  um  300,000  Einwohner,  die  als
Sclaven  weggeschleppt  wurden,  ärmer.  Es  galt  als  glorreiche
Waffenthat,  als  Cliios  1329  den  genuesischen  Zaccharia  wieder
entrissen  wurde,  Lesbos  und  Phokäa  griechische  Besatzungen
erhielten.
Das  Unglück  des  Reiches  voll  zu  machen,  trat  nach  dem
Tode  des  Andronikos  III.,  15.  Juni  1341,  für  seinen  neunjährigen ­
  Sohn  Johann  Y.  (Kalojanni,  f  1391)  eine  vormundschaftliche ­
  Regierung  ein,  und  damit  doch  Alles  geschehe,  das
sinkende.  Reich  durch  die  Griechen  selbst  fertig  zu  machen,
die  Usurpation  des  Johann  Kantakuzenos,  welcher  erst  mit
serbischer,  dann  mit  türkischer  Hülfe  das  Kaiserthum  erstrebte
und  bis  1354  neben  Johann  V.  erlangte.  Bereits  bildete  sich
von  Seri'ä  aus  durch  Stephan  Dusehan  ein  serbisches  Kaiserthum ­
  von  Romania,  Sclavonia  und  Albania.  Als  sich  in  Deutschland ­
  das  Kaiser-  und  Königschisma  Ludwigs  und  Karls  IV.
schloss  (1347),  trat  in  Constantinopel  das  doppelte  Kaiserthum
der  beiden  Johanne,  Paläologos  und  Kantakuzenos,  hervor.
Die  Krönung  der  beiden  Kaiser  und  der  Kaiserinnen  fand  mit
falschen  Edelsteinen  und  Perlen  statt.  Die  Hagia  Sophia  lag
in  Folge  eines  Erdbebens  seit  1346  nach  der  einen  Seite  in
Trümmern.  1  Die  Auflösung  des  Reiches  war  durch  die  Verödung ­
  des  Landes,  die  Verarmung  des  Volkes,  die  Verschlechterung ­
  aller  Stände  unaufhaltsam.  Serben,  Bulgarien,  Arnauten,
Osmanen  theilten  sich  in  das  Land.  Das  Reich  selbst  bestand
aus  vier  unzusammenhängenden  Theilen:  Constantinopel  mit
seiner  von  den  Osmanen  zunächst  bedrohten  Umgebung,  Thessalonika,
  das  die  Serben  zu  ihrer  Beute  bestimmt  hatten,  einem
Theile  in  Epirus  (Albanien)  und  Thessalien  (Wlachien),  einem
vierten  in  Morea  (Despotat  von  Misithra).
Während  in  früheren  Jahrhunderten  oft  ein  so  rascher
Wechsel  der  Kaiser  stattgefunden,  wollte  die  Regierung  des
Andronikos  II.,  1282—1328,  und  die  seines  Enkels  Andronikos ­
  in.,  1341—1391,  nicht  enden.  Von  1391  bis  1453  folgten

1  Fast  gleichzeitig  lag  die  bischöfliche  Kirche  Roms,  der  Lateran,  in  Asche.
            
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